Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 24.11.2016


Exklusiv

Die Inzinger “Chippendales“ bleiben dem Ringen treu

Blickfang für die Damenwelt: Die Ringer des RSC Inzing machen auch abseits der Matte gute Figur. Als zweites Standbein sei das nicht angedacht.

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© wagner



Von Benjamin Kiechl

Inzing – Weißer Kragen mit schwarzer Fliege und weiße Manschetten an den Handgelenken: Was 1979 in Los Angeles gut ankam, scheint auch 2016 in Tirol nicht ganz verkehrt zu sein. „Mit unseren Outfits kommen wir immer gut an, besonders bei der Damenwelt“, sagen die Inzinger „Chippendales“ unisono. In erster Linie sind die knackigen Tiroler Burschen Ringer vom RSC Inzing, sie holten erst am vergangenen Wochenende in der Bundesliga die Bronzemedaille.

Aber besonders was nach den Wettkämpfen passiert, lässt Frauenherzen höherschlagen. „Wir servieren die Getränke manchmal oben ohne“, erzählt Michael Wagner, einer der „Chipps“. Für die Mitternachtseinlage ließ sich „Choreograf“ Lukas Gastl vom TV-Streifen „Magic Mike“ inspirieren. Sorgten die original Chippendales einst mit Tanz, Gesang und Striptease für Furore, geht es den Tirolern um die Gaudi und ein Körberlgeld für den Verein. „Es gab einmal eine Anfrage, ob wir in einem Café auftreten, aber das hat sich wieder zerschlagen“, sagt Wagner, der betont, dass sich die Inzinger Ringer kein zweites Standbein aufbauen wollen. „Überhaupt nicht. Wir sind Sportler und wollen im Ringen erfolgreich sein“, betont der Tiroler und fügt dann doch augenzwinkernd hinzu: „Interessant wäre es natürlich schon, wir haben viele Rückmeldungen bekommen.“

Ihre Geburtsstunde hatten die Inzinger „Chippendales“ im Fasching vor acht Jahren, als die Ringer rund um Trainer Benedikt Ernst die Lacher auf ihrer Seite hatten. „Damals waren wir noch Milchbubis“, erinnert sich der heute 24-jährige Wagner zurück.

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2016 sieht das Ganze schon professioneller aus. Damit sei nun aber Schluss, sagt Wagner: „Für mich zählt jetzt nur die Vorbereitung auf die Ringer-WM.“ Am 11. Dezember hat er in Budapest seinen großen Auftritt – nicht im „Chippendale-Look“, sondern im bewährten „Ruderleiberl“.