Letztes Update am Di, 04.07.2017 21:26

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tennis

Thiem überzeugt bei Auftaktsieg, Debütant Ofner sorgt für Sensation

Thiem wurde seiner Favoritenrolle gegen den Kanadier Pospisil gerecht und setzte sich sicher in drei Sätzen durch. Für eine Überraschung sorgte der 21-jährige Sebastian Ofner.

Thiem setzte sich gegen den Kanadier Pospisil durch.

© APA/AFP/JUSTIN TALLISThiem setzte sich gegen den Kanadier Pospisil durch.



London – Dominic Thiem hat seine Hausaufgaben erledigt und in der ersten Runde des Tennis-Grand-Slams von Wimbledon einen souveränen Auftaktsieg gefeiert. Der Niederösterreicher besiegte den Kanadier Vasek Pospisil nach nur 1:55 Stunden mit 6:4,6:4,6:3 und stellte damit sein persönlich bestes Ergebnis in Wimbledon ein. In der zweiten Runde wartet der Weltranglisten-36. Gilles Simon aus Frankreich.

„Ich bin zufrieden mit meiner Leistung. Ich war sehr fokussiert und bin glücklich, einen so guten Rasenspieler besiegt zu haben“, sagte Thiem nach dem Spiel. Der 23-Jährige zeigte auf dem gut gefüllten Court 1 eine durchgehend starke Leistung. Der an Nummer 8 gesetzte Österreicher überzeugte mit seinem Aufschlagspiel und ließ im gesamten Match keine einzige Breakchance zu.

„Ein gutes Match für mich“

„Ich habe gut aufgeschlagen, der Return war auch da. Insgesamt war es ein gutes Match für mich“, freute sich Thiem. Im ersten Satz gelang dem Niederösterreicher schon früh das Break zum 3:2. Der Kanadier hielt in Folge gut mit, musste aber auch im zweiten Durchgang sein Aufschlagspiel zum 4:5 abgeben. Im letzten Satz nahm Thiem Pospisil das Service zum 1:0 und 6:3 ab und zog hochverdient in die zweite Runde ein.

Mit dem Erfolg hat Thiem die Weltranglisten-Punkte aus dem vergangenen Jahr bereits erfolgreich verteidigt. Jeder weitere Sieg bringt dem Weltranglisten-Achten damit wertvolle Punkte für das ATP-Ranking. In der zweiten Runde geht es gegen den Franzosen Gilles Simon. In dieser Saison feierte Thiem bereits zwei Siege gegen den Weltranglisten-36. „Ich werde alles geben, um erstmals in die dritte Runde zu kommen“, gab sich der Österreicher kampfbetont. Bei einem Erfolgslauf könnte im Viertelfinale der serbische Superstar Novak Djokovic warten.

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Starkes Ofner-Debüt

Mit einer starken Leistung hat der 21-jährige Tennis-Profi Sebastian Ofner für eine große Überraschung in Rot-Weiß-Rot gesorgt. Der Steirer besiegte in der ersten Runde den Brasilianer Thomaz Bellucci überraschend klar nach 1:45 Stunden mit 6:2,6:3,6:2 und trifft nun auf den als Nummer 17 gesetzten US-Amerikaner Jack Sock, die Nummer 18 der Welt.

Der Debütant im Hauptbewerb eines Turniers oberhalb der Challenger-Ebene, der sich in Roehampton erfolgreich durch die Qualifikation gekämpft hatte, machte gleich zu Beginn deutlich, dass er sich als krasser Außenseiter nicht kampflos geschlagen geben wird. Das erste Break gelang Ofner zum 3:1, das nächste zum 6:2-Satzgewinn. Im zweiten Durchgang genügte ein Break zum 5:3, um erfolgreich abzuschließen. Im dritten nahm er dem Gegner das Service zum 3:2 und 5:2 ab und servierte anschließend ohne Aufschlagverlust aus.

Ofner ist aktuell die Nummer 217 der Welt, ein Ranking, das er definitiv verbessern wird. Erst nach der Matura begann der Steirer mit verschärftem Training. Er wird in der Südstadt von Wolfgang Thiem, dem Vater von Dominic Thiem, und Konditionstrainer Florian Pernhaupt betreut. Ofner ist fünffache Sieger von ITF-Futures, auf Challenger-Ebene bestritt er erst insgesamt 16 Matches, 14 davon heuer. Sein vor Wimbledon einziges ATP-Turnier war jenes in Wien im Oktober 2016, als er in der Qualifikation ausschied.

Nach Break „wie ein Future-Match“

Ofner fehlten nach seinem überraschenden Sieg fast die Worte. „Das ist unbeschreiblich, unfassbar“, sagte der Steirer. „Der Aufschlag war sehr wichtig und dass ich von Anfang an Druck gemacht und ihn nicht zum Spielen kommen lassen. Das habe ich sehr gut umgesetzt.“

Am Anfang sei er nervös gewesen, aber bei weitem nicht so, wie er es erwartet hätte. „Als mir das Break gelungen ist, war es aber, wie wenn es ein normales Match wäre bei einem Future. Ohne Nervösität.“

Mit Jack Sock wartet nun eine weit größere Herausforderung auf den 21-Jährigen. „Ein höheres Kaliber. Ich werde mich aber wieder auf mein Spiel konzentrieren, dass ich gut serviere, dann habe ich auch wieder eine Chance, dass ich gewinne. Ich werde alles geben und schauen, was möglich ist.“ (APA/TT.com)