Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 12.07.2017


Volleyball

Hypo Tirol AlpenVolleys: Das Abenteuer kann beginnen

Neuer Name, neue Liga, neue Hoffnung: Aus dem Hypo Tirol Volleyballteam wurden die Hypo Tirol AlpenVolleys. Manager Hannes Kronthaler geht voller Enthusiasmus in die neue Volleyball-Saison.

© gepaDer Kapitän bleibt an Bord: Dougi da Silva wird auch in der kommenden Saison das Hypo-Dress tragen.



Von Daniel Suckert

Innsbruck – Der Startschuss für den Trainingsauftakt fällt zwar erst in einem Monat, trotzdem gab es gestern schon die wichtigsten Neuigkeiten beim „Projekt Deutschland“. Für Manager Hannes Kronthaler und sein Team hat eine neue Zeitrechnung begonnen.

Sportlich wird Stefan Chrtiansky, seinerseits Sportdirektor und Headcoach in Doppelfunktion, auf 14 Spieler zurückgreifen können. Darunter befinden sich einige „heiße und junge“ Aktien, die in den kommenden Jahren abgehen sollen. Ansonsten kann der Diplomat auf eine Multikulti-Truppe bauen: Vier Brasilianer, zwei Slowaken, ein Tscheche, ein Deutscher, ein Kolumbianer, ein Belgier, ein Kanadier, ein Pole, ein Bulgare und ein Österreicher sind mit an Bord.

Apropos Österreicher – da wollte Manager Kronthaler ursprünglich vier unter Vertrag nehmen: „Dafür waren wir leider heuer schon zu spät. Es hat sich alles zu lange verzögert, aber das wollen wir in der kommenden Saison korrigieren.“

Korrigieren muss Tirols Zampano auch seinen Zugang zum Sport am glänzenden Parkett. Denn in der deutschen Liga wird der „Event-Charakter“ großgeschrieben. LED-Banden, eine Halbzeit-Show, ja sogar einen eigenen Hypo-Song ließ der Bau-Löwe komponieren. „Man will ein Rundum-Paket in Sachen Show. Die Leute sollen nicht fünf Minuten nach dem ersten Ballwechsel eintrudeln, sondern schon eine halbe Stunden vorher da sein“, erklärte der Tiroler.

Alles kein Problem für Kronthaler und Co. Ganz im Gegenteil. Die neu entfachte Euphorie ist spürbar. Allerdings baut man im Büro der Tiroler Volleyballer keine Luftschlösser. „Ich werde alles aufbieten und mit der neuen Liga als Zugpferd wird vieles möglich sein. Wir wollen aber auch zwischen 800 bis 1500 Zuschauer pro Spiel begrüßen“, sprach der Ex-Spieler Klartext. Das gilt auch fürs Scheitern: „Wenn es nach drei Jahren nicht funktioniert, höre ich mit dem Volleyball endgültig auf. Clown bin ich keiner.“

Die vier Heimspiele im Herbst werden auf der USI stattfinden, ab Jänner 2018 übersiedelt der dunkelblaue Tross in die Olympiahalle (3), um den Top-Duellen gegen Friedrichshafen, Berlin und Rottenburg den passenden Rahmen zu bieten. Drei Volleyball-Duelle werden in Unterhaching stattfinden.

Was das Sponsoring betrifft, muss sich der erfolgsverwöhnte Manager noch etwas strecken. Ungefähr 100.000 Euro fehlen ihm noch zur Zufriedenheit. Die werden jetzt noch auf lokaler Ebene gesucht, künftig soll das notwendige „Kleingeld“ für das dunkelblaue Konto im deutschen Raum lukriert werden.

Sportlich wird man bescheidener werden. Im ersten Jahr wird ein Platz im vorderen Mittelfeld der Elfer-Liga anvisiert. Kronthaler: „Platz vier wäre ein Traum, aber sehr schwer, darum rechnen wir mit dem fünften Rang. Aber es wird ein Kampf, an jedem Wochenende aufs Neue. Dessen sind wir uns bewusst und das wollen wir auch so.“ Headcoach Chrtiansky freut sich auf die Rückkehr auf die Trainerbank: „Es wird eine Herausforderung.“

Volleyball – Hypo Tirol AlpenVolleys

Auftakt, deutsche Liga: Friedrichshafen – Hypo Tirol AlpenVolley15. Oktober (14.30 Uhr).

Heimspiele (USI): Hypo – Bühl21. Oktober (18) Hypo – Düren5. November (13.30) Hypo – Lüneburg9. Dezember (14.30) Hypo – Rhein-Main17. Dezember (18) Hypo – Netzhoppers6. Jänner (18) Heimspiele (Olympiahalle): Hypo – Friedrichshafen13. Jänner (18) Hypo – Berlin24. Februar (18) Hypo – Rottenburg24. März (19)

Kader: Block: Beer (CZE), Frances (BRA), Da Silva (BRA/Kapitän); Libero: Lukinha (BRA); Aufspiel: Gelinski (BRA), Topalov (BUL). Diagonal: Mlynarcik (SVK), Mosquera (COL), Verhoeff (CAN); Außenangriff: Sagstetter (GER), Globelny (BEL), Pietruczuk (POL), Chrtiansky jr. (SVK), N. Kronthaler (AUT).