Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 26.07.2017


AFL-Finale

Raiders wollen nach Walhalla

Vor dem AFL-Finale gegen den Erzrivalen aus Wien am Samstag stand Raiders-Coach Shuan Fatah, frischgebackener „Coach of the Year“, im Fokus.

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© gepa



Von Alois Moser

Innsbruck – Lange hat er warten müssen, nun hat er es geschafft. Und auch wenn es Shuan Fatah nicht wirklich zeigt – eine persönliche Genugtuung dürfte es für den Erfolgscoach der Swarco Raiders sehr wohl sein, dass er zum Trainer der aktuellen Saison in der Austrian Football League (AFL) gekürt worden ist.

„Sieben Jahre und fünf Titel habe ich gewinnen müssen, bevor ich den Titel Coach des Jahres bekommen habe“, schmunzelte der gebürtige Berliner bei der Pressekonferenz anlässlich des bevorstehenden AFL-Finales (Samstag, 19.30 Uhr, Klagenfurt) gegen die Vienna Vikings. Nicht ohne Hintergedanken: Alle Erfolge der Raiders auf österreichischer und europäischer Ebene unter Fatahs Ägide reichten offenbar bis dato nicht aus, um ihm dies­e Ehrung zu verschaffen, während die Auszeichnung in diesem Zeitraum dreimal nach Graz und zweimal nach Wien wandert­e. Besonders auffällig: „2011 haben wir das Double (Eurobowl und Austria­n Bowl, Anm.) gewonnen. Viel besser geht’s eigentlich nicht.“

Raiders-Erfolgscoach Shuan Fatah.
Raiders-Erfolgscoach Shuan Fatah.
- gepa

Damit kann auch die aktuelle, mit dem CEFL-Sieg ebenfalls sehr erfolgreiche Saison nicht mithalten. Das Verhältnis zwischen Ost und West, zwischen den Erzrivalen aus Wien und Tirol habe sich in den letzten Jahren aber verbessert: „Einige mögen mich, ich mag auch einige.“ Die Rivalität beschränkt sich mittlerweile auf das Sportliche: „Und das ist auch gut so.“ Mit dazu beigetragen hat sicher auch, dass Fatah seit letztem Jahr neben den Raiders auch das österreichische Nationalteam betreut.

Am kommenden Wochenende steht bei den Tirolern die dritte Austrian Bowl in Folge im Fokus. Die Drei, nicht nur für Football-Fachmann Fatah eine Zahl mit großer Bedeutung: „Einen Titel dreimal in Folge zu gewinnen, das ist in jeder Sportart etwas Besonderes, das schaffen nicht viele. Das ist das ,Walhalla‘ des Sports.“ Um dieses Ziel zu erreichen, läuft die Vorbereitung auf das „Big Game“ ganz wie bei den NFL-Profis ab: „Wir reisen am Freitag an, mitsamt Interviews und allem Pipapo.“ Auch Amateure wollen sich einmal als Profi fühlen – und feiern tun am Ende alle gleich.