Letztes Update am Di, 01.08.2017 22:19

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tennis

Nach Ofner auch Gerald Melzer im Kitzbühel-Achtelfinale

Der Niederösterreicher entschied eine hart umkämpfte Drei-Satz-Partie gegen Berlocq für sich. Nach gesundheitlichen Problemen ist Melzer nun im Aufwind: „Ich hoffe, dass es jetzt bergauf geht.“

Nach Sebastian Ofner hat auch Gerald Melzer seine Wildcard in Kitzbühel genutzt.

© EXPA/STEFAN ADELSBERGERNach Sebastian Ofner hat auch Gerald Melzer seine Wildcard in Kitzbühel genutzt.



Kitzbühel – Österreichs Tennis-Herren zeigen auch in Abwesenheit von Topstar Dominic Thiem in Kitzbühel auf. Die beiden mit einer Wildcard versehenen Lokalmatadore stehen im Achtelfinale des Generali Open. Nach Sebastian Ofner am Vortag hat auch Gerald Melzer am Dienstag die erste Hürde genommen. Der 27-jährige Niederösterreicher besiegte den Argentinier Carlos Berlocq nach 2:16 Stunden mit 6:4,5:7,6:3.

Melzer trifft nun am Mittwoch (nicht vor 17.30 Uhr) auf den kolumbianischen Qualifikanten Santiago Giraldo. Schon davor, im zweiten Match nach 12.30 trifft Ofner auf den topgesetzten Uruguayer Pablo Cuevas.

Melzer hätte sich seiner Erstrunden-Aufgabe auch durchaus in zwei Sätzen entledigen können. Er führte bereits mit 5:3 bzw. 5:4 und bei eigenem Aufschlag 30:0. Doch der Argentinier steckte nicht auf, schaffte das Rebreak und stellte von 3:5 noch das 7:5 und damit den Satzgleichstand her. Danach war aber plötzlich wieder Melzer am Drücker. Der Schützling von Werner Eschauer ließ sich vom Satzverlust nicht aus der Fassung bringen und stellte nach einem Break im Auftaktgame des dritten Durchgangs rasch wieder auf 2:0. Diesen Vorsprung ließ sich Melzer vor den Augen seiner Eltern nicht mehr nehmen.

Melzer war in erster Linie froh, die Runde doch überstanden zu haben. „Es wäre sehr schlimm gewesen“, sagte der Weltranglisten-150. zur Möglichkeit, dass dieses Match noch hätte kippen können. „Im Moment weiß ich noch nicht ganz, ob der Ärger über mich selber überwiegt oder ob ich mich freuen kann. Nein, aber ich bin froh, dass ich in der zweiten Runde bin. Natürlich wäre es mir lieber gewesen, wenn ich bei 30:0 zwei Asse serviert hätte.“

Der Vorjahres-Halbfinalist, dem die Punkte von 2016 schon zuvor aus der Wertung gefallen waren, möchte gerade in Kitzbühel gut spielen. „Ich möchte so viele Matches wie möglich in dem Stadion da spielen. Ich habe das nicht alle Tage, dass so viele Leute im Stadion sind und dann auch noch lauter Österreicher.“

Die Saison war für Gerald Melzer vor Kitzbühel über weite Strecken alles andere als gut verlaufen: Als Nummer 68 im ATP-Ranking ins Jahr gestartet, ist der 27-jährige Niederösterreicher u.a. durch eine Viruserkrankung zurückgeworfen worden und bis auf Platz 166 abgerutscht. Just kurz vor Kitzbühel schaffte er den Turnaround. Mit dem Challenger-Halbfinale in Perugia bzw. dem -Endspiel in Cortina kämpfte er sich auf Platz 150.

„Für mich war die Saison ziemlich verhaut. Ich war viel krank, hab‘ einen Virus gehabt und in den Matches keine Kraft gehabt“, erinnerte sich Melzer. Erst seit Wimbledon gehe es ihm wieder besser. „Ich bin noch nicht auf 100 Prozent, aber doch schon wieder einigermaßen fit und habe wieder das Gefühl, ich kann wieder lange spielen.“

In Südamerika hatte sich Melzer eine bakterielle Infektion zugezogen und dann auch noch Probleme mit Allergien gehabt. „Es hat uns einiges an Zeit gekostet, um herauszufinden, was los war“, erklärte Melzer, der nun den Aufwind nutzen will. „Ich hoffe, dass es jetzt bergauf geht und ich eine halbwegs gute restliche Saison haben kann.“

Gegen Giraldo hat Gerald Melzer noch nie gespielt. „Ich habe einmal mit ihm in Australien vor einigen Jahren trainiert. Aber Werner und Jürgen kennen ihn sicher.“ Melzer hat aber durchaus gute Chancen auf das Viertelfinale. „Der kann schon spielen. Aber ich hoffe, dass ich morgen noch um einiges besser spiele.“ Melzer musste übrigens noch am Dienstag (ab 21.00 Uhr) eine Spätschicht einlegen und an der Seite von Tristan-Samuel Weissborn Doppel spielen.

Was Melzer zum Aufsteiger Ofner sagt? „Ich glaube, dass das, was in Wimbledon passiert ist, sehr gut fürs österreichische Tennis war. Einmal ein total neues Gesicht zu sehen“, meinte Melzer. „Ofi spielt gut, serviert sehr gut, was hier vor allem hilft, und ich sehe ihn nicht chancenlos in der nächsten Runde“, prophezeite er für Mittwoch. (APA)