Letztes Update am Di, 27.02.2018 13:45

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Formel 1

Vettels Auftakt zur WM-Mission am Gefrierpunkt

Ferraris SF71H ist eine Evolution des Vorgängermodells, der in einigen Bereichen noch radikaler, aggressiver, aber trotzdem aufgeräumter ist.

Sebastian Vettel bei den ersten Tests mit seinem neuen Boliden.

© ReutersSebastian Vettel bei den ersten Tests mit seinem neuen Boliden.



Montmelo – Sebastian Vettel konnte die fahrfreie Zeit nicht einmal zur Spionage bei der Konkurrenz nutzen. Zu niedrige Temperaturen bremsten den Top-Herausforderer von Weltmeister Lewis Hamilton und dessen Rivalen zu Beginn des zweiten Testtages der Formel 1 auf dem Circuit de Catalunya in Montmelo bei Barcelona.

Als Vettel zu seiner Installationsrunde am Dienstag um 9.01 Uhr auf den 4,655 Kilometer langen Kurs aus der Garage fuhr, zeigte das Thermometer -0,3 Grad. Vom bevorstehenden hitzigen Kampf um den WM-Titel konnte (noch) keine Rede sein.

Doch der wird kommen. „Es ist kein Geheimnis, dass es eine Riesenherausforderung ist, wenn es am Ende klappt, wäre es fantastisch“, sagte Vettel. Der 30-jährige Deutsche will den Titel. Zum ersten Mal im Ferrari, zum fünften Mal in seiner Karriere. Vettel war 2015 als vierfacher Weltmeister von Red Bull zur Scuderia nach Maranello gekommen.

Ferrari nur in der ersten Saisonhälfte stark

Beim Saisonauftakt am 25. März in Melbourne wird der Ferrari-Star als Titelverteidiger seinen 200. Grand Prix bestreiten, er könnte ihn gleich mit einem Sieg und dem 100. Podestplatz seiner Karriere krönen. „Vergangenes Jahr hat uns Ferrari alle überrascht und ein Auto auf die Strecke gebracht, das von Beginn an funktioniert hat“, erinnerte Mercedes-Teamchef Toto Wolff nun in Katalonien.

Der Ferrari und auch Vettel funktionierten allerdings nur in der ersten Saisonhälfte titelreif. Vier Siege feierte der Hesse bis zur Sommerpause, verabschiedete sich mit 14 Punkten Vorsprung auf Hamilton in die dreiwöchigen Ferien. Danach war die Herrlichkeit in Rot vorbei, sein Mercedes-Rivale brachte sich mit fünf Siegen in sechs Rennen in Titelposition.

„Auto muss als Ganzes funktionieren“

Am 29. Oktober 2017 war der WM-Traum für Vettel nach Defekten und Fehlern in den vorangegangen Wochen endgültig vorbei, Hamilton krönte sich in Mexiko vorzeitig zum neuen Champion. 2018 soll nun für den 47-fachen Grand-Prix-Gewinner kein Jahr mit zwei unterschiedlich erfolgreichen Saisonhälften werden.

Ferraris SF71H ist eine Evolution des Vorgängermodells, in einigen Bereichen noch radikaler, aggressiver, aber trotzdem aufgeräumter, wie Vettel bemerkte. Der Radstand wurde zudem verlängert. „Letztlich muss das Auto als Ganzes funktionieren“, betonte der Vizeweltmeister.

„Überall hat uns noch ein bisschen gefehlt“, sagte er mit Blick auf Branchenführer Mercedes. Wie viel Ferrari aufgeholt hat, bleibt vorerst offen. Im kalten Katalonien bekam der neugierige Deutsche bei seinem Testauftakt erst einmal keine Antwort darauf. (APA/dpa)