Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 28.06.2018


Race Across America

Den Sieg und eine Million Dollar Spenden eingefahren

Viel Tiroler Beteiligung gab es bei einem Radteam der Rotary Clubs in den USA. Beim Race Across America zeigte die Truppe Höchstleistungen.

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© Matzler



Innsbruck – 3000 Meilen ostwärts. Klingt nach einem Western. Und ist wohl eines der größten Abenteuer für Ausdauersportler: das legendäre Race Across America. Vor wenigen Tagen ging es an der Ostküste der Vereinigten Staaten, in Annapolis, zu Ende. Das Team Rotary RAAMs Polio hat dabei – mit großer Unterstützung aus Nord-, Süd- und Osttirol – den Sieg in seiner Kategorie eingefahren. Dieser Erfolg wird eigentlich nur durch die unglaubliche Spendensumme in den Schatten gestellt, die die vier Radfahrer und die Crew dahinter gesammelt haben. Eine Million Dollar wurde gesammelt – für den Kampf zur Ausrottung der Kinderlähmung.

Mitinitiator war der Südtiroler Kurt Matzler, Professor an der Uni Innsbruck und Wissenschaftlicher Leiter des MBA-Programms am MCI. Er startete schon in den vergangenen Jahren beim Rennen und sammelte damit Spendengelder. Ebenfalls mit im Rad-Team: der Amerikaner Bon McKenzie, die in Innsbruck lebende Ruth Brand­staetter und Frau von Matzler sowie der Notar Markus Mayr aus Lienz. Das Quartett vereint Rotary Clubs aus der ganzen Welt und hat sich zum Ziel gesetzt, für den Kampf gegen die Kinderlähmung fleißig Geld zu sammeln. Das ist durch eine wahre Energieleistung der Truppe dann auch tatsächlich gelungen.

Sechs Tage, 18 Stunden und vier Minuten waren die Teilnehmer als so genanntes Vier-Reiter-Team abwechselnd unterwegs, um tatsächlich einmal quer durch die Vereinigten Staaten von Amerika zu radeln. So schnell waren die Polio-Racer in der Tat noch nie gewesen.

Der Blog, den Kurt Matzler in dieser Zeit führte, lässt in etwa erahnen, welche Anstrengungen bei allen Teilnehmern und den Crew-Mitgliedern nötig waren, um das Ziel zu erreichen. Das ging vom Fahren im strömenden Regen bis hin zu Highways, die mit zerfetzten Lkw-Reifen und Steinen übersät sind und auf denen pausenlos tonnenschwere Laster vorbeidonnern. Und das natürlich auch mitten in der Nacht. Problematisch für das Team war auch einmal der Ausfall eines Begleitfahrzeugs.

Entlang der Strecke gab es für das Polio-Team aber nicht nur Probleme – sondern auch jede Menge Anfeuerung. So postierten sich Rotarier aus Columbus entlang der Strecke und trieben mit ihrem Applaus die Tiroler Sportler und ihren amerikanischen Freund zu neuen Höchstleistungen.

Am Ende stand dann der Sieg und es gab zufriedene Gesichter, die angepeilte Spendensumme erreicht zu haben. Doch wer jetzt glaubt, dass damit der Hunger nach Radfahren quer durch die USA gestillt ist, der irrt. Das Team fragt auf der Homepage bereits danach, ob es Sponsoren für die Neuauflage des Rennens 2019 gibt. (TT, mw)