Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 11.07.2018


DTM

Auer: „Dann malst du dein eigenes Bild“

Am Wochenende wartet Zandvoort auf Lucas Auer. Die Pole-Position-Quote gibt Selbstvertrauen.

© Hoch Zwei / Juergen TapLucas Auer, Mercedes-AMG.



Von Daniel Suckert

Innsbruck – Wenn man Lucas Auer trifft, hat der Kufsteiner stets ein Lächeln auf den Lippen. Der ein oder andere lockere Spruch folgt ebenso. Spricht man mit dem Mercedes-Star aber dieser Tage über seine Qualifying-Qualitäten, dann wird der 23-Jährige philosophisch. Am Wochenende wartet das niederländische Gastspiel in Zandvoort.

27 Punkte fehlen Auer (Rang sechs) derzeit auf den Gesamt-Führenden Gary Paffett (Mercedes). Ein Abstand auf den Briten, der keineswegs Nervosität auslöst. Da hilft dem Tiroler Motorsportler der Blick auf die Pole-Position-Quote. Bei 61 Starts konnte Auer acht Poles erreichen. Das ergibt eine Quote von 13,11 Prozent und bedeutet unter den aktiven Fahrern des Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) klar Platz eins.

„Ich fühle mich sehr wohl auf eine Runde“, lässt sich Auer in die Karten blicken: „Eine Quali-Runde ist einzigartig. Du fühlst alles. Du bist nur du. Das klingt komisch, ist aber so. In dem Moment kann dich nichts drausbringen. Dann malst du dein eigenes Bild.“

Und dieser punktgenaue Prozess stellt eine wichtige Qualität dar. Denn in keiner anderen Rennserie ist die Dichte unter den Top-Ten-Piloten so hoch wie in der DTM. Ein kleiner Fehler und man findet sich nur noch im Mittelfeld.

Der Ablauf vor der „Hot-Lap“ läuft immer gleich ab: „In den letzten zehn Minuten vorher begibst du dich schon in deine eigene Welt. Du gehst noch einmal die Problemkurven durch – etwa wenn der Teamkollege wo schneller ist. Du gehst die Checkliste durch, dann schaltest du kurz ab, um deine Energie zu sammeln.“

Nichts anderes wird Österreichs PS-Aushängeschild auch an diesem Wochenende tun, wenn in den Niederlanden die Saisonrennen neun und zehn warten.

Gute Nachrichten hört man auch aus dem DTM-Lager, wenn es um die künftigen Mitbewerber neben Audi und BMW geht. Da soll Boss Gerhard Berger mit Aston Martin und Lexus gleich zwei Teams am Start haben. Bei Aston Martin dürfte es eine enge Zusammenarbeit mit Red Bull geben. Motorsportkonsulent Helmut Marko: „In der DTM kannst du kostengünstig attraktiven Motorsport betreiben. Überlegungen gibt’s bei Red Bull immer. Aber konkret ist da momentan gar nichts.“

Auch über den Zeitpunkt des Einstiegs wird derzeit noch spekuliert – ein Übergangsjahr dürfte wahrscheinlich sein.