Letztes Update am Di, 31.07.2018 10:04

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Generali Open

Kitzbühel: Stadionrenovierung soll 2019 Realität werden

Turnierveranstalter Herbert Günther ist zuversichtlich, dass die Pläne im kommenden Jahr realisiert werden. Für das diesjährige Turnier hat er hohe Ansprüche.

© Generali OpenDie Renovierung des Stadions in Kitzbühel ist unumgehbar.



Kitzbühel – 1991 ist das Tennis-Stadion in Kitzbühel fertiggestellt worden. Unvergessen sind manchen die Bilder, als Thomas Muster völlig unbeeindruckt weiter trainierte, obwohl im Hintergrund ein Hubschrauber die Flutlichtmasten auf den neuen Center Court einsetzte. Fast 30 Jahre später ist eine Renovierung des größten Tennis-Freiluftstadions unumgehbar. Das weiß auch Turnierveranstalter Herbert Günther.

Seit einigen Jahren bemüht sich Günther die fertigen Pläne umzusetzen. Nun sollen diese 2019 endlich realisiert werden. „Ich glaube, bei diesem Thema können wir den alten Spruch anwenden: Gut Ding braucht Weile. Aber wir sind sehr zuversichtlich, dass wir jetzt die Weichen gelegt haben“, erklärte der seit acht Jahren als Veranstalter fungierende Architekt.

„Keine Experimente“

Sportministerium und Land Tirol sind laut Günther auf Schiene, es gehe nur noch um Details mit der Stadt Kitzbühel. „Da haben wir noch ein paar Hausaufgaben zu machen, die Politik ist sehr positiv gestimmt. Wir hoffen sehr, dass wir nach dem Turnier diese Sachen erledigen können.“ Unter anderem soll eine externe Kostenschätzung die nötige Sicherheit geben. „Wir wollen einen neutralen Gutachter, der unsere Zahlen bestätigt. Wir wollen ja auch keine Experimente.“

Geplant ist die komplette Renovierung des Stadions mit neuer Bestuhlung, neuen Sanitär- und Massageräumen, ATP-Büros und Presseraum sowie als visuell herausragende Änderung ein zeitgemäßer VIP-Bereich. Zudem soll ein Flutlicht mit mobilen Masten (auf Wunsch der Nachbarn nicht fix) installiert werden. Die veranschlagten Kosten: 5,2 Mio. Euro.

Unabhängig davon arbeitet man im Kitzbüheler Tennisclub, dessen Präsident Günther ist, auch an einer Erneuerung des Klubs selbst, der von der öffentlichen Hand keine Mittel benötigt. In einer bereits gestarteten Spendenaktion sollen u.a. die anderen Plätze renoviert werden.

Hohe Ansprüche

Für das Turnier stellt Günter durchaus hohe Ansprüche. „Wir wollen nicht einfach irgendwo mitspielen. Wir wollen eines der besten, wenn nicht das beste 250er-Turnier der Tour werden. Da gibt es 40, das ist eine harte Aufgabe.“ Kitzbühel sei aber in der Vergangenheit schon zweimal zum besten Tour-Turnier gewählt worden.

Ein Ziel für die Zukunft ist es auch, den Termin mit dem kroatischen Veranstalter Umag zu tauschen. Die Kroaten, die aktuell zwei Woche früher als Tirol im ATP-Kalender stehen, würden dann zum Kitz-Termin gerne auf Hartplatz wechseln. „Wir treffen uns nächste Woche in Wien mit dem Eigentümer von Umag, wo wir das Thema vertiefen werden“, verriet Günther. Wobei sich die beiden Veranstalter eigentlich schon einig wären. „Es hängt von der ATP ab“, weiß dazu auch Turnierdirektor Alexander Antonitsch. Allerdings hat die Spielervereinigung der Tennis-Herren mit einigen weit größeren Themen wie Einführung des World Team Cup, Änderungen auf Challenger-Level sowie letztlich auch den geplanten Davis-Cup-Änderungen der ITF und deren Auswirkungen aktuell andere Schwerpunkte.

Hoffen auf viele Besucher

Für das diesjährige Turnier erhofft man wieder große Zuschauerzahlen. Den Altrekord von Kitzbühel von 70.000 Zuschauern, damals gab es u.a. aber auch noch das Einzel-Finale am Sonntag, wird man nicht erreichen können. Doch an den 48.900 Fans von 2016, als man auch zweimal ausverkauft war, möchte man wieder kratzen.

Ob sich die Fans 2019 schon u.a. an neuer Bestuhlung und einem renovierten Stadion erfreuen dürfen, bleibt offen. „Wenn es uns gelingt , dass wir im Herbst konkrete Schritte setzen, dann wäre es sogar möglich, dass wir es schon 2019 schaffen“, meinte Günther dazu. (APA)