Letztes Update am Di, 31.07.2018 16:20

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Radsport

Schwieriger Start für Michael Strasser bei Weltrekordversuch

Mehr als 1.750 von 23.000 Kilometer hat der Sportlehrer bei seinem Weltrekordversuch mit dem Rad bereits absolviert. Das Ziel: Von Alaska bis Argentinien in weniger als hundert Tagen.

© Craig Kolesky/CocoonMichael Strasser beim Trainingslager in Südafrika.



Wien/Washington/Ottawa – Nicht in 80 Tagen um die Welt, aber in 100 Tagen quer durch Amerika: Seit einer Woche ist der niederösterreichische Sportlehrer Michael Strasser auf seinem Drahtesel in der Neuen Welt unterwegs. Ziel: Die Durchquerung von Nord nach Süd bzw. von Alaska bis Argentinien in weniger als hundert Tagen - ein Weltrekordversuch.

Die erste Grenze nach Kanada hat er überschritten, mehr als 1.750 Kilometer geschafft - von 23.000. Als kleine Belohnung gab es am Yukon eine frische Zimtschnecke. Körperlich und klimatisch war diese Teilstrecke eine große Herausforderung, aber auch das Material erwies sich als nicht ideal.

Mountainbike wäre besser gewesen

„Ein zügiges Vorankommen war mit meinem Straßenrad nicht möglich, jeder Kilometer war anstrengend und kostete viel Kraft“, ließ Strasser wissen. Aufgrund der Weltrekordrichtlinien darf er die gesamte Strecke nur mit einem einzigen Drahtesel absolvieren. In diesem Abschnitt wäre ein Mountainbike definitiv besser gewesen, meinte der gelernte Architekt.

Das Team rechnet damit, dass die Straßen nun immer besser werden und das Tagesmaximum von 270 Kilometern und 4.000 Höhenmetern erhöht werden kann. Vor allem der berühmt-berüchtigten Dalton Highway hatte es in sich. „Es war sehr hart - aber Michael läuft gerade dann zu Höchstleistungen auf, wenn er seine Komfortzone verlässt. Er funktioniert bei Schlechtwetter am besten“, verriet sein Pressesprecher Christoph Wisser. Als kleine Belohnung hat er sich die eine oder andere Zimtschnecke gegönnt. „Davon hat er schon seit Tagen geredet.“ Unterwegs muss er kulinarisch eher darben.

Radeln für den guten Zweck

Seit 23. Juli strampelt sich der Sportlehrer im Rahmen des Unterfangens „Ice2Ice“ für den guten Zweck und die Rekordjagd ab, und zwar bis spät in die Nacht. Das Unterfangen führt ihn durch 14 verschiedene Länder quer durch den Kontinent. Von Anfang an als Herausforderung in diesem Sportabenteuer erwiesen sich - neben der Beanspruchung des Gesäßes - vor allem starke Beschwerden im rechten Knie. Seine langjährige Physiotherapeutin und Nationalteam-Ultraläuferin Angelika Huemer-Toff kümmert sich vor allem frühmorgens ausgiebig um diese Schwachstelle.

Aktuell tritt Strasser in den weitläufigen Gegenden Kanadas in die Pedale. Vor ihm liegen nun schier endlose Straßen in dünn besiedelten Gebieten mit zahlreichen Seen, Flüssen und hohen Bergen - Natur pur. Unzählige Nationalparks werden durchquert und viele Höhenmeter absolviert. „Ich werde versuchen, höhere Kilometerumfänge pro Tag zu fahren, jedoch kosten die vielen Höhenmeter eine Menge an Energie“, kündigte er an.

Strasser „gut gerüstet“

„Ice2Ice“ bezieht sich auf die Frosttemperaturen, die sowohl beim Start in Prudhoe Bay, Alaska als auch im Ziel in Patagonien herrschen. „Ich werde von unterschiedlichen Minusgraden bis zu tropischer Hitze alles erleben. Neben den klimatischen Unterschieden werden die verschiedenen Straßenverhältnisse zu einem großen Fragezeichen“, hatte der Extremsportler im Vorfeld erläutert.

„Für die nächsten tausend Kilometer sind wir gut gerüstet“, zeigte er sich überzeugt. Sollte sein Bike eine Panne haben, will er selbst Hand anlegen.

Im Frühjahr 2016 hat Michael Strasser das Projekt „Cairo2Cape“ in Afrika umgesetzt. Innerhalb von 36 Tagen radelte er von Kairo nach Kapstadt, auch das war ein Weltrekord. (APA)




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