Letztes Update am Fr, 03.08.2018 14:52

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Formel 1

Ricciardo kehrt Red Bull Racing den Rücken

Knalleffekt bei Red Bull Racing: Nach fünf gemeinsamen Jahren gehen der F1-Rennstall und Fahrer Daniel Ricciardo getrennte Wege. Der Australier heuert bei Renault an.

© ReutersDaniel Ricciardo steigt ab der kommenden Saison nicht mehr für Red Bull ins Cockpit.



Milton Keynes — Toppilot Daniel Ricciardo verlässt überraschend mit Jahresende den Formel-1-Rennstall Red Bull Racing und fährt ab 2019 für Renault. Dies gaben die beiden Teams Freitagmittag innerhalb von einer Stunde bekannt. Ricciardo debütierte 2011 in einem HRT in der Formel 1, fuhr danach zwei Jahre für Toro Rosso und seit 2014 für das Schwesternteam Red Bull, mit dem er bisher sieben Siege feierte.

"Zeit für eine neue Herausforderung"

"Das war eine der härtesten Entscheidungen meiner Karriere", sagte Ricciardo. "Aber es war Zeit für eine neue Herausforderung." Der 29-jährige Australier unterschreibt einen Zweijahresvertrag bei Renault.

"Daniel war fast zehn Jahre, also fast seine gesamte Rennfahrer-Karriere, bei uns und hat eine Veränderung und neue Motivation gesucht", sagte Red-Bull-Berater Helmut Marko zum Abgang Ricciardos, dessen Kontrakt mit Saisonende ausläuft. "Wir haben immer gesagt, dass es für beide Seiten passen muss. Für uns ist das kein Problem, wir haben genügend Alternativen", betonte der 75-jährige Steirer. Nachsatz: "Das Telefon klingelt ununterbrochen."

Der Wechsel von Ricciardo bringt das Fahrerkarussell in der Sommerpause unerwartet kräftig in Schwung. Für Renault fährt diese Saison noch der ehemalige Toro-Rosso-Pilot Carlos Sainz junior, der von Red Bull aber nur verliehen ist. Der Spanier könnte somit im nächsten Jahr anstelle von Ricciardo für die "Bullen" um WM-Punkte fahren. Red-Bull-Teamchef Christian Horner hatte zuletzt beim Österreich-Grand-Prix Anfang Juli in Spielberg mehrfach betont, dass man den 23-Jährigen unbedingt ein Cockpit für 2019 bieten wolle, wusste da aber noch nichts vom Abgang Ricciardos.

An Sainz soll aber auch McLaren dran sein, um den vor dem Abgang stehenden Ex-Weltmeister Fernando Alonso zu ersetzen. Während Red Bull in der kommenden Saison von Renault- auf Honda-Motoren wechselt, wird McLaren seit diesem Jahr wieder vom französischen Hersteller beliefert. Deshalb wäre Sainz aufgrund seiner Renault-Erfahrung der ideale Mann für McLaren.

Red Bull sondiert die Lage

"Wir respektieren Daniels Entscheidung und wünschen ihm nur das Beste für die Zukunft", sagte Horner und dankte dem Mann aus Perth für dessen "Hingabe", mit der er bisher 29 Podestplätze für Red Bull eingefahren hat. "Wir werden uns jetzt genau die Vielzahl an verfügbaren Optionen anschauen, bevor wir entscheiden, wer 2019 der Teamkollege von Max Verstappen wird."

Der 20-jährige Niederländer, der 2015 für Toro Rosso debütierte, fährt seit 2016 für die "Bullen". Verstappen hat es bisher auf vier Siege gebracht, seinen bisher letzten feierte er vor einem Monat in Österreich beim Red-Bull-Heimrennen in Spielberg.

Ricciardo, der heuer in China und Monaco gewonnen hat, liegt in der aktuellen Fahrerwertung nach zwölf von 21 Rennen als bester Nicht-Mercedes- oder -Ferrari-Pilot auf Platz fünf. Sein Rückstand auf Titelverteidiger Lewis Hamilton beträgt aber bereits 95 Punkte. (APA,dpa)