Letztes Update am Fr, 03.08.2018 19:21

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Beachvolleyball

Zwei österreichische Teams stehen im Wien-Achtelfinale

Das Major-Turnier auf der Wiener Donauinsel muss auch am Samstag nicht auf Lokalmatadore verzichten. Mit den Vizeweltmeistern Clemens Doppler/Alexander Horst und dem Überraschungsduo Martin Ermacora/Moritz Pristauz erreichten am Freitag zwei heimische Teams das Achtelfinale.

© gepaMartin Ermacora (re.) und Moritz Pristauz stehen im Achtelfinale.



Wien – Beim Beachvolleyball-Major in Wien haben es am Freitag zwei österreichische Teams ins Achtelfinale geschafft. Die Vizeweltmeister Clemens Doppler/Alexander Horst und das Überraschungsduo Martin Ermacora/Moritz Pristauz buchten bei neuerlicher Gluthitze mit souveränen Siegen in der Zwischenrunde ihre Tickets für den Samstagvormittag.

Doppler/Horst bezwangen am frühen Abend im prall gefüllten Stadion auf der Donauinsel die italienischen Olympiazweiten Paolo Nicolai/Daniele Lupo glatt 2:0 (18,17). Im Achtelfinale wartet mit den lettischen EM-Silbermedaillengewinnern Aleksandrs Samoilovs/Janis Smedins ein weiterer harter Brocken. Das Wildcard-Team Ermacora/Pristauz nutzte seine gute Auslosung und gewann gegen die Deutschen Julius Thole/Clemens Wickler ebenso souverän 2:0 (19,17). Ihre nächsten Gegner sind die Kataris Cherif Younousse/Ahmed Tijan, die Doppler/Horst davor im Spiel um den Gruppensieg in einer der Nachtragspartien wegen des Unwetters am Vortag bezwungen hatten.

Diese Scharte wetzten Doppler/Horst gegen die höher eingeschätzten Nicolai/Lupo aber in beeindruckender Manier aus. „Wir haben super gespielt. Im Gegensatz zur Mittagpartie haben wir die Eigenfehler minimieren können, deshalb haben wir gewonnen“, sagte Horst nach dem klaren Erfolg gegen die Ex-Europameister. Die gewählte Spielanlage sei voll aufgegangen. „Wir haben gegen sie immer eine gute Taktik, wir wissen, dass sie nicht gern gegen uns spielen.“

Doppler war erleichtert über die Steigerung zur rechten Zeit. „Wir wollten zeigen, was wir drauf haben nach dem Match zu Mittag. Wir sind total mutig aufgetreten. Am meisten stolz bin ich, dass Alex extrem Verantwortung übernommen hat. Wir haben die Nummer 2 der Welt geschlagen und wieder einmal bewiesen, dass wir zu den besten Teams gehören“, betonte Doppler.

Er sei froh, noch mindestens eine Partie vor dem fantastischen Heimpublikum spielen zu dürfen. Gegen die lettischen Achtelfinalgegner müsse man aber an diese starke Leistung anschließen. „Heuer haben wir gegen sie einmal gewonnen, einmal verloren. Es wird eine geile Partie für die Zuschauer, es wird eine sehr schwere Partie für uns. Wir sind da klar Außenseiter, wir wollen aber wieder mutig auftreten. Wenn wir wieder einen guten Tag erwischen, gewinnen wir, wenn nicht, verlieren wir.“ Ihre möglichen Viertelfinalgegner sind die norwegischen Shootingstars Anders Mol/Christian Sörum oder die Brasilianer Ricardo/Guto.

Ermacora/Pristauz, die Nicolai/Lupo in der Gruppenphase bezwungen hatten, jubelten über ihre bisher größten Erfolg. „Das ist ein unglaubliches Gefühl. Das hätten wir uns nicht erträumt. Wir haben bis jetzt noch nicht bei so vielen großen Turnieren so eine Leistung gebracht. Es macht einfach Spaß, vor dieser Menge zu spielen und unsere Höchstleistung abzurufen“, jubelte der 22-jährige Steirer Pristauz. Anders als bei der WM im Vorjahr, als Platz 17 herausschaute, würden sie die Heimatmosphäre diesmal genießen. „Mir nehmen das mit mehr Coolness und neben nur den positiven Teil davon mit.“

Sein Tiroler Partner war ebenfalls überwältigt. „Es ist eine große Genugtuung, dass wir es endlich einmal geschafft haben, vor heimischem Publikum so zu überzeugen. Top Ten bei einem Major war der Traum die letzten Jahre“, sagte der 24-Jährige. Ihre nächsten Gegner aus Katar seien jedenfalls in Reichweite, in drei Saisonduellen gab es gegen das neu formierte Team zwei Siege und zuletzt eine Niederlage. „Es war immer brutal eng. Aber mit dem Publikum im Rücken mag niemand gegen uns spielen. Ich freue mich einfach auf das Spiel.“ Im Falle eines weiteren Sieges würden sie auf die Russen Konstantin Semenow/Ilja Leschukow oder das US-Team Taylor Crabb/Jacob Gibb treffen.

Robin Seidl/Philipp Waller mussten sich hingegen erwartungsgemäß dem topgesetzten US-Duo Nicholas Lucena/Phil Dalhausser geschlagen geben. Die Qualifikanten unterlagen den hochdekorierten Routiniers 0:2 (-17,-15). Das neu zusammengestellte Duo, das vor zwei Wochen ein kleineres World-Tour-Turnier in China gewonnen hatte, war aber dennoch zufrieden. „Für den Start war das sensationell. Heute Abend werden wir uns freuen. Wir werden weiterarbeiten und wollen uns natürlich verbessern“, sagte Seidl. (APA)