Letztes Update am So, 05.08.2018 15:31

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rudern

Lobnig ruderte bei der EM zur Silbermedaille

Die Kärntnerin musste sich am Sonntag in Motherwell nahe Glasgow nur der Schweizerin Jeannine Gmelin geschlagen geben.

© gepaMagdalena Lobnig eroberte ihre dritte EM-Medaille.



Motherwell — Österreichs Ruder-Ass Magdalena Lobnig hat am Sonntag bei den Ruder-Europameisterschaften bei Motherwell nahe Glasgow die Silbermedaille im olympischen Einer und damit wohl ihr derzeitiges Maximum erreicht. Die Kärntnerin musste sich der heuer weiter unbesiegten Schweizerin Jeannine Gmelin um 1,47 Sekunden geschlagengeben. Es ist Lobnigs dritte EM-Medaille nach Gold (2016) und Silber (2013).

"Diese Medaille ist hoch einzuschätzen in Anbetracht der Umstände, wie es mir in den letzten Wochen gegangen ist. Ich habe eine solide Performance gebracht", äußerte sich Lobnig mit dem Ausgang des Rennens äußerst zufrieden. Die WM-Dritte 2017 hatte sich erst unmittelbar vor dem EM-Auftakt von einem Übertraining etwas erholt und überhaupt erst am Mittwoch zum Start entschlossen.

Dymtschenko noch abgefangen

Im Vorlauf am Donnerstag hatte sie wie Gmelin als Laufsiegerin den direkten Finaleinzug geschafft und somit zwei Tage zur Erholung und zum Training erhalten. "Das hat geholfen. Da habe ich noch ein bisschen an der Spritzigkeit arbeiten können. Aber man sieht einfach, dass auf der Strecke nicht viel geht. Ich kann mich nicht wirklich auspowern. Das ist so, wie es in Luzern war (Fünfte beim dritten Saison-Weltcup, Anm.) Der Endspurt hat aber gut funktioniert."

Lobnig hatte sich im A-Finale die ersten 500 m mit an der Spitze gehalten, beim Tausender war Diana Dymtschenko aber schon an ihr vorbeigegangen. Bei der 1.500-m-Marke betrug der Rückstand auf die Ukrainerin bereits 1,75 Sekunden, vorneweg Gmelin. Die Positionen schienen bezogen. Im letzten Achtel des Rennens mobilisierte die Völkermarkterin aber noch all ihre Reserven und fing Dymtschenko nach Fotofinish-Entscheid noch um 5/100 Sekunden ab.

Schon genug Bronzemedaillen

Der gut ausgegangene Endspurt war der Olympia-Sechsten von Rio de Janeiro 2016 sehr wichtig, denn Rang drei wäre für sie suboptimal gewesen. "Ich habe das Maximale für mich herausgeholt. Bronze hätte mir überhaupt nicht gefallen, weil Bronze ist kein Titel", meinte Lobnig lachend. "Vize-Europameisterin ist noch ein Titel irgendwo. Bronzemedaillen habe ich schon genug daheim."

Nun hat sie die allererste Medaille Österreichs bei den Multisport-Europameisterschaften geholt und damit für Rot-Weiß-Rot angeschrieben. "Es ist echt bitter, wenn man auf den 'Medal Table' schaut. Es gibt in jedem Hotel eine Tafel, aber Österreich scheint da nicht auf." Die EM-Medaillen sind übrigens für alle sieben Sportarten (sechs in Schottland, Leichtathletik in Berlin) einheitlich und finden Lobnigs Gefallen. "Die ist echt cool." (APA)




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