Letztes Update am Di, 07.08.2018 19:45

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Schwimmen

Reitshammer im Brustsprint mit OSV-Rekorden 13.: „Perfekt“

Im Vorlauf am Vormittag hatte der Tiroler die OSV-Bestmarke um 1/100 auf 27,66 Sekunden gedrückt, im Semifinale verbesserte er sich um weitere 19/100 auf 27,47.

© gepa bremBernhard Reitshammer.



Glalgow – Der Tiroler Bernhard Reitshammer hat am Dienstag bei den Langbahn-Europameisterschaften in Glasgow mit zwei österreichischen Rekorden und Platz 13 über 50 m Brust positiv überrascht. Im Vorlauf am Vormittag hatte er seine am 20. April fixierte OSV-Bestmarke um 1/100 auf 27,66 Sekunden gedrückt, im Semifinale verbesserte er sich um weitere 19/100 auf 27,47.

Ende Juli bei den Kapfenberger Staatsmeisterschaften war Reitshammer mit fünf Einzel-Titeln erfolgreichster Teilnehmer gewesen, den Schwung nahm er mit. Nach zuvor guten Leistungen erfüllte er sich im Brustsprint den Traum vom Semifinale. Da wurde er dann neben Größen wie Adam Peaty vorgestellt. „Nervös war ich am Nachmittag auf jeden Fall. Aber ich glaube, 99 Prozent der Leute im Semifinale sind nervös. Da kann man sich nicht daran gewöhnen.“

Unmittelbar vor dem Endlauf war die Nervosität weg, Reitshammer erwischte ein sehr gutes Rennen. „Der Anschlag war nicht das Beste, da wären noch ein paar Hundertstel gegangen.“ Linz-Coach Marco Wolf am Beckenrand war jedenfalls sichtlich zufrieden, das Semifinale wäre auch bei besserem Finish mit drei Zehntel zum Achtplatzierten auch zu weit entfernt gewesen. „Beim nächsten Mal ist das machbar“, sagte Reitshammer mutig. „Für heute ist es perfekt.“

Dabei trainiert Reitshammer fast nie in der Brustlage. „Nur manchmal ein bisschen Technik, hauptsächlich Rücken oder Kraul“, verblüffte der 24-Jährige. „Als ich vor ein paar Jahren mehr auf Brust trainiert habe, bin ich da langsamer geworden. Das ergibt zwar keinen Sinn, aber so funktioniert es sehr gut.“ Die Brustlage braucht der Kurzbahn-EM-Sechste 2017 über 100 m Lagen eben für seine Lagen-Ambitionen. Diese hat er in Glasgow noch zurückgesteckt.

Denn so gut er auf dem 100er auf der Kurzbahn schon ist, die 200-m-Distanz als kürzeste über die Lagen auf der Langbahn ist er noch nie geschwommen. „Und bevor wir das hier bei der EM probieren, es danebengeht und es sich im Kopf festsetzt, haben wir es nicht gemacht.“ Ab der nächsten Saison geht Reitshammer mehr auf Lagen. „Das Ziel ist, auf 200 oder 100 m Rücken oder auf 200 m Lagen das Olympia-Limit zu schwimmen.“ (APA)