Letztes Update am Do, 09.08.2018 20:57

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Schwimmen

Sjöström, Jefimowa und Peaty holten ihr viertes EM-Gold

Simona Quadarella wurde zu Glasgows Langstrecken-Kraulkönigin.

© AFPDie Schwedin Sarah Sjöström jubelt über ihre vierte Goldene.



Glasgow – Die italienischen Schwimmer haben am letzten Tag der Langbahn-Europameisterschaften in Glasgow groß abgeräumt. Durch Piero Codia über 100 m Delfin, Margherita Panziera über 200 m Rücken und Simona Quadarella über 400 m Kraul holten die „Azzurri“ am Donnerstag dreimal Gold. Die britischen und russischen Aktiven blieben je zweimal erfolgreich, die Schwedin Sarah Sjöström holte ihr viertes Gold.

Codia setzte sich in 50,64 Sekunden sechs Zehntel vor dem Franzosen Mehdy Metella durch und auch seine Landsfrau Panziera gewann in 2:06,18 Minuten mit 94/100 Vorsprung überlegen. Quadarella hingegen lieferte sich mit der Ungarin Ajna Kesely einen packenden Zweikampf und entschied diesen in 4:03,35 mit 22/100 Vorsprung für sich. Die erst 16-jährige Kesely verbesserte in diesem Duell der Youngsters ihren Junioren-Europarekord um nicht weniger als 2,04 Sekunden.

Glückliche Gewinner: Adam Peaty und Sarah Sjöström.
- AFP

Die auch erst 19-jährige Quadarella wiederum krönte sich zur Langstrecken-Kraulkönigin dieser Titelkämpfe. Sie hatte davor auch über 800 und 1500 m triumphiert. Noch etwas erfolgreicher war freilich Sjöström. Sie holte sich die Siege in der Kraul- und Delfinlage, jeweils über 50 und 100 m. Gewohnt souverän ihr Erfolg im Delfinsprint, in 25,16 Sekunden hatte sie 56/100 Vorsprung.

Die „Triple Crown“ über die Brustlage sicherte sich Julia Jefimowa, wie es nach ihrem 100-m-Sieg über die Litauerin Ruta Meilutyte zu erwarten gewesen war. Im Sprint ließ die 26-Jährige in 29,81 Sekunden mit einem Bonus von 53/100 keinen Zweifel an ihrer Dominanz. Mit der Lagenstaffel sorgte Jefimowa eine gute Stunde später für den entscheidenden Vorsprung und gewann mit Anastasija Fesikowa, Swetlana Kimrowa und Maria Kamenewa in 3:54,22 Minuten.

Durch diese beiden Siege blieb auch Jefimowa in vier EM-Rennen erfolgreich, gewann zudem noch Staffel-Silber. Sjöström ist mit vier obersten Einzel-Podestplätzen aber vielleicht doch noch ein bisschen höher zu bewerten. Die 24-Jährige wurde im Anschluss an die Session auch als Europas beste Schwimmerin 2017 ausgezeichnet, das britische Brustlagen-Ass Adam Peaty war ihr männliches Pendant.

Davor hatte Peaty die Lagenstaffel ähnlich wie Jefimowa über die Brustlage entschieden. Er machte nach einem starken Rückenpart von Kliment Kolesnikow auf nur einer Länge 2,80 Sekunden Rückstand auf die Russen wett und übergab für die Delfinlage mit 99/100 Vorsprung an James Guy. Der deklassierte russische Brustschwimmer war Anton Tschupkow, klarer Sieger und Europarekordler über 200 m Brust. Die Briten gewannen letztlich in 3:30,44.

Benjamin Proud steuerte den zweiten britischen Sieg bei, schlug im Kraulsprint nach 21,34 an. Über 400 m Lagen triumphierte in einem ähnlich engen Rennen wie den 400 m Kraul der Damen David Verraszto. Der Ungar hatte nach 4:10,65 Minuten 35/100 Vorsprung auf den Briten Max Litchfield, holte sein drittes EM-Gold über diese Strecke en suite. Erfolgreichstes Team und Gewinner der „Championship Trophy“ wurde Russland mit zehn Gold, neun gab es für die Briten. (APA)