Letztes Update am So, 09.09.2018 10:31

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


US Open

Duell der Rückkehrer Djokovic und Del Potro im US-Open-Finale

Der Serbe und der Argentinier sind nach Verletzungen wieder zurück an der Spitze. Djokovic führt im direkten Vergleich mit 14:4.

© imago sportfotodienstWer setzt sich im US-Open-Finale durch: Djokovic (l.) oder Del Potro.



New York – Im Finale der Tennis-US-Open kommt es am Sonntag (22.00 Uhr MESZ/live ORF Sport +) zum Duell der Rückkehrer Novak Djokovic und Juan Martin del Potro. Der Serbe ist wieder der Alte, nachdem er im Vorjahr mit einer Ellbogenverletzung gekämpft hatte. Der Argentinier hat langwierige Handgelenksprobleme überwunden, im Halbfinale von New York profitierte er von einer Knieverletzung von Rafael Nadal.

Für Djokovic, der den Japaner Kei Nishikori souverän mit 6:3,6:4,6:2 schlug, wäre es nach Wimbledon der zweite nacheinander und der 14. insgesamt. Das hatte sich der 31-jährige Serbe während seiner langwierigen Ellbogenverletzung im vorigen Jahr nur in seinen Träumen ausgemalt. 2011 und 2015 triumphierte er bei den US Open, nun bestreitet er dort schon sein achtes Endspiel. „Ein Teil von mir hat immer daran geglaubt, dass ich wieder relativ schnell zu dem Level zurückkommen kann, auf dem ich schon einmal war. Ich sehe keine Grenzen, kein Ende hinter der Biegung“, betonte Djokovic.

Vor neun Jahren der einzige Grand-Slam-Titel

Im zweiten Halbfinale bremste das rechte Knie den Vorjahressieger und Weltranglisten-Ersten nach zwei verlorenen Sätzen aus. Bei Del Potro spielt dagegen das linke Handgelenk nun wieder mit. Damit hat er neun Jahre nach seinem ersten US-Open-Triumph die Chance auf den zweiten Grand-Slam-Titel.

Del Potro erinnerte sich nach der Partie gegen Nadal, die beim Stand von 7:6(3),6:2 vorzeitig beendet war, wie er 2015 sogar das Karriereende in Betracht gezogen hatte und einige Monate lang regelrecht depressiv war. Für sein Handgelenk war nach mehreren Operationen zu diesem Zeitpunkt keine Besserung in Sicht, nach einem letzten Eingriff bekamen die Ärzte die Probleme endlich in den Griff.

„Alles ist fast perfekt“

„Das war ein schwerer Moment für mich, aber das ist Vergangenheit“, sagte der 29-Jährige. „Ich habe nicht erwartet, wieder diese Emotionen beim Tennisspielen zu erleben.“ 2016 meldete sich Del Potro mit Olympia-Silber in Rio de Janeiro zurück, als Nummer drei steht er in der Weltrangliste so weit oben wie nie zuvor. „Alles ist fast perfekt“, sagte der fast zwei Meter große Südamerikaner. „Ich kann nicht glauben, dass ich hier bei meinem Lieblingsturnier ein weiteres Grand-Slam-Finale spielen kann.“

Dort verwehrte er 2009 vor allem mit seiner mächtigen Vorhand Roger Federer den sechsten US-Open-Titel in Serie, inzwischen setzt er vor allem bei der doppelhändigen Rückhand nicht mehr nur auf Kraft.

Klare Bilanz

Gegen Djokovic hat er allerdings 14 von 18 Begegnungen verloren, darunter auch das US-Open-Viertelfinale 2012. Der bisher letzte der vier Siege gelang ihm bei Olympia 2016 damals ganz überraschend in der ersten Runde, 2012 schlug er Djokovic in London im Match um Bronze. In New York wird ihn auch am Sonntag wieder eine große Fan-Kolonie mit „Delpo, Delpo“-Rufen anfeuern, so wie gegen Nadal.

Der Spanier, im Viertelfinale Bezwinger von Dominic Thiem, bekam nicht zum ersten Mal im Turnierverlauf beim Stand von 2:2 im ersten Satz Knieprobleme und ließ ein Tape anlegen. Gegen Ende des zweiten Durchgangs wirkte er sichtbar angeschlagen und beendete wenig später die Partie. „Ich hasse es aufzugeben, aber noch einen Satz so zu spielen, wäre zu viel für mich gewesen“, sagte der 32-Jährige. „Ich habe so lange gewartet wie möglich. Es ging nicht mehr.“

Schon bei den Australian Open im Jänner hatte er aufgeben müssen, damals im Viertelfinale. Bei den ATP Finals im vorigen November trat er wegen Knieschmerzen nach seinem ersten Gruppenspiel nicht mehr an. Fraglich ist nun, ob er im Davis-Cup-Halbfinale am nächsten Wochenende in Frankreich dabei ist.