Letztes Update am So, 09.09.2018 16:29

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


USOpen

Nach Final-Eklat: Billie Jean King auf Seite von Serena Williams

King dankte Serena Williams bei Twitter dafür, dass sie am Samstag die unterschiedlichen Standards angesprochen habe.

© ReutersSerena Williams ging auf Schiedsrichter Carlos Ramos los.



New York – Tennis-Idol Billie Jean King sieht nach dem US-Open-Finale unterschiedliche Maßstäbe für Herren und Damen bei der Bestrafung. Die Vorkämpferin für Gleichberechtigung im Tennis stimmte damit Verliererin Serena Williams zu. Die Amerikanerin hatte beim 2:6,4:6 gegen die Japanerin Naomi Osaka im zweiten Satz nach der dritten Verwarnung kampflos das Spiel zum 3:5 verloren.

Zuvor hatte sie Schiedsrichter Carlos Ramos „Dieb“ genannt. Später erklärte sie, Ramos habe noch nie einen Mann für diesen Ausdruck bestraft. King dankte Serena Williams bei Twitter dafür, dass sie am Samstag die unterschiedlichen Standards angesprochen habe. Wenn eine Frau emotional werde, sei sie „hysterisch“ und erhalte eine Strafe. Ein Mann sei dagegen „offenherzig“, dies habe keine Folgen, schrieb die 74-jährige Amerikanerin nach dem Endspiel aus New York.

Sie sprach sich wie viele andere dafür aus, Coaching nicht mehr zu verbieten. Williams hatte die erste Verwarnung bekommen, weil ihr Coach Patrick Mouratoglou auf der Tribüne Zeichen gemacht hatte, die sein Schützling aber wohl nicht sah. Auch Ex-Tennis-Größe Chris Evert verlangte eine Regeländerung. Die Verwarnung sei aber regelkonform gewesen. „Wäre es ein Herren-Match gewesen, wäre das alles so nicht passiert“, meinte die zweifache weißrussische US-Open-Finalistin Viktoria Asarenka.

Der US-Verband erklärte, Mouratglou habe Coaching zugegeben, Williams habe aber klar gemacht, dass sie keines erhalten habe. Die Entscheidungen von Ramos könnten nicht noch einmal überprüft werden und seien endgültig. (APA/dpa)