Letztes Update am Mi, 10.10.2018 12:50

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


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Breakdance und Futsal: Olympia experimentiert bei den Jugendspielen

Tausende junge Athleten schnuppern am Rio de la Plata erstmals Olympia-Luft. Die Jugendspiele sind immer auch ein Experimentierfeld für neue Disziplinen und Formate. So manche Lifestyle-Sportart könnte bald ins Hauptprogramm aufgenommen werden.

© imagoAuch Beach-Handball zählt zu den neuen Sportarten bei den Olympischen Jugendspielen.



Von Denis Düttmann, dpa

Buenos Aires – Ram und Bumblebee haben sich in die Annalen Olympias eingeschrieben. Die 17-jährige Japanerin und der 18-jährige Russe sind die ersten Jugendolympiasieger im Breakdance. „Ich mache seit neun Jahren Breakdance und die Medaille ist ein Geschenk für meine Familie“, sagt Bumblebee. „Ich genieße diesen Moment, denn es ist das erste Olympische Gold in der Geschichte.“ In der Sportart ist es üblich, dass die Athleten beim Vor- oder Künstlernamen genannt werden.

Die Tänzerin Ram bangte wegen einer Verletzung bis zuletzt um ihre Teilnahme bei den Olympischen Jugendspielen in Buenos Aires. Dann aber läuft es wie am Schnürchen: Im Viertelfinale wirft sie Vicky aus den Niederlanden raus, setzt sich im Halbfinale gegen die Koreanerin Yell durch und schlägt im Finale schließlich Emma aus Kanada. „Es ist eine Ehre, die Goldmedaille zu tragen“, sagt Ram.

Skateboarding schaffte den großen Sprung

Breakdance, der artistische Tanzstil aus der Hip-Hop-Szene, ist bei Olympia angekommen. Die Jugendspiele gelten nicht nur als Sprungbrett fpr eine Profikarriere, sondern auch als Experimentierfeld, wo neue Sportarten, Formate und Disziplinen ausprobiert und getestet werden, ob sie für die großen Spiele geeignet wären. So werden in Buenos Aires auch Medaillen in Inline-Skating, Futsal, Beach-Handball oder Kitesurfen sowie in zahlreichen Mixed-Wettbewerben mit Männern und Frauen vergeben.

„Die Olympischen Spiele müssen die Wurzeln des Skateboarding respektieren und trotzdem müssen wir dafür sorgen, dass der Sport in das Format von Olympia passt.“
Tony Hawk, Skateboard-Legende

Skateboarding hat bereits den Sprung ins olympische Programm geschafft. Bei den Sommerspielen 2020 in Tokio treten Männer und Frauen in den beiden Disziplinen Park und Straße gegeneinander an. Gerade bei Sportarten aus dem Lifestyle-Bereich ist die Abstimmung mit den konservativen IOC-Funktionären nicht immer leicht. „Beide Seiten müssen einander zuhören“, sagt Skateboard-Legende Tony Hawk in Buenos Aires. „Die Olympischen Spiele müssen die Wurzeln des Skateboarding respektieren und trotzdem müssen wir dafür sorgen, dass der Sport in das Format von Olympia passt.“

41 Österreicher kämpfen um Medaillen

Die indische Judoka Tababi Thangjam musste einen steinigen Weg gehen, um bei den Jugendspielen in Buenos Aires dabei sein zu können. Die Familie der jungen Frau hielt nichts von ihrem Hobby ihrer Tochter. „Ich habe heimlich trainiert. Sie haben versucht, mich zu stoppen, aber ich bin immer weggerannt“, erzählt die 16-Jährige. „Aber Judo hat mein Leben verändert. Ich bin stärker geworden und jeder hat mich respektiert. Sogar die größeren Jungs.“ Ihr Kampfgeist wird in Buenos Aires belohnt: Thangjam holt in der 44-Kilogramm-Klasse Silber.

In der argentinischen Hauptstadt messen sich 4012 junge Sportler aus 206 Ländern noch bis zum 18. Oktober in 286 Wettkämpfen in 32 Sportarten. Die größte Delegation stellt Gastgeber Argentinien mit 142 Sportlern. Aus Deutschland sind 41 junge Athleten angereist.

Mit einer großen Feier unter freiem Himmel sind in Buenos Aires die Olympischen Jugendspiele eröffnet worden.
- imago sportfotodienst