Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 24.10.2018


Volleyball

Schwerer Bandscheibenvorfall: Hypos Kronthaler muss unters Messer

Statt endlich voll durchzustarten, gab es für Alpenvolleys-Spieler Niklas Kronthaler den nächsten Rückschlag zu verdauen.

Luftsprünge sind für den Außenangreifer der Hypo Tirol Alpenvolleys derzeit nicht möglich: Niklas Kronthaler (r.).

© Hypo/ForcherLuftsprünge sind für den Außenangreifer der Hypo Tirol Alpenvolleys derzeit nicht möglich: Niklas Kronthaler (r.).



Von Daniel Suckert

Innsbruck – Ein leichtes Ziehen im Bein, nicht mehr. Das spürte Volleyballer Niklas Kronthaler vor dem Saisonstart der Hypo Tirol Alpenvolleys vor wenigen Wochen. Doch das Ziehen wurde schlimmer und ein Besuch beim Arzt unumgänglich. Und da kam für den leidgeprüften österreichischen Nationalspieler die nächste niederschmetternde Diagnose: schwerer Bandscheibenvorfall und Operation Nummer vier.

Während die Hypo Tirol Alpenvolleys mit zwei Siegen erfolgreich in die neue Saison in der deutschen Liga gestartet waren, gab es für die Nummer 15 anderes zu verdauen: „Im ersten Moment bin ich in ein schwarzes Loch gefallen“, erzählt der Student konsterniert.

Der Tiroler hat trotz gerade einmal 24 Lenzen schon eine lange Verletzungsmisere hinter sich, wo nicht nur einmal das Wort „Karriereende“ im Raum stand. Im Sommer 2014 schwoll der Ellbogen an – drei Monate Pause inklusive Spritzentherapie standen auf dem Programm. Drei Tage nach der Wiederaufnahme des Trainings meldete sich erneut der Ellbogen. Eine Operation war die Folge.

Sechs Monate später zwickte das Knie: die Patellarsehne bereitete Probleme. Nächste Operation, nächste Regeneration, nächste Hoffnung. Falsch gedacht: Der Schleimbeutel reagierte auf den Eingriff – nächste OP.

Jetzt hatte der Manchester-United-Fan fast zwei Jahre Ruhe. „Körperlich war ich topfit. Die Auftritte im Nationalteam haben mir viel Selbstvertrauen gegeben und ich hatte mir für heuer einiges ausgerechnet“, sagt der U21-Meister, um Sekunden danach anzufügen: „Und dann sagt dir der Arzt, der Bandscheibenvorfall sei so schwer, dass nur eine Operation Sinn macht.“ Die vierte innerhalb von vier Jahren.

Der Eingriff verlief problemlos, die Reha läuft gut – das belastende Kopfkino ist Vergangenheit. Von Aufgabe will Kronthaler nichts mehr wissen: „Zuerst dachte ich, das Spieljahr sei gelaufen. Jetzt hat man mir mitgeteilt, ich könnte im Dezember wieder auf dem Parkett stehen.“ Ein Hoffnungsschimmer.

Dass sein Vater, Manager Hannes Kronthaler, nicht eine Operation in seiner gesamten Karriere durchführen lassen musste, lässt den Filius ein weiteres Mal mit dem Kopf schütteln. Nichtsdestotrotz gibt es ein Ziel, das der Außenangreifer vor Augen hat: Fit und bereit für die Qualifikationsspiele des rotweißroten Nationalteams im Jänner 2019 zu sein. Kronthaler: „Zu dem Zeitpunkt will ich der Mannschaft helfen und wieder voll belastbar sein.“ Mental hat ihn der nächste Rückschlag nur stärker gemacht. Und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.