Letztes Update am Do, 25.10.2018 08:50

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ringer-WM

Mit Wille zur Medaille: Tirolerin Kuenz eroberte WM-Bronze

Martina Kuenz holte bei der Ringer-Weltmeisterschaft in Budapest Bronze und sorgte für die erste heimische Medaille seit 18 Jahren. Der Jubel war dementsprechend groß.

© ErnstMit Biss: Martina Kuenz zeigte stolz ihre WM-Bronzemedaille.



Von Benjamin Kiechl

Budapest – Mit einem Jubelschrei und die Faust zur Hallendecke der Papp-Laszlo-­Sportarena in Budapest gestreckt, ließ Martina Kuenz ihren Emotionen freien Lauf. Die 23-jährige Tirolerin feierte gestern ihren bisher größten Karriereerfolg und holte sich bei der Ringer-WM in der Kategorie bis 72 kg die Bronzemedaille. „Ich wollte diese Medaille unbedingt und freue mich riesig. Schon bei der Fahrt nach Budapest habe ich gewusst, dass es mein Turnier werden könnte“, sagte die überglückliche Athletin des RSC Inzing. Noch schöner sei der Erfolg, weil aus der Heimat viele Freunde und ihre Eltern angereist seien. „Jetzt wollen wir feiern!“

Auch dafür hatte die Polizeisportlerin noch Kraft, obwohl sie sich im Bronzekampf mit der Ägypterin Samar Hamza einen Krimi über sechs Minuten lieferte und knapp mit 2:1 nach Punkten siegte. Um überhaupt die Chance auf eine Medaille zu haben, hatte sie zuvor in der Hoffnungsrunde die Rumänin Alexandra Anghel 4:0 besiegt.

Die Tiroler Ringerin Martina Kuenz konnte am Mittwoch Bronze holen.
- ÖRSV

Nach dem Riesen-Erfolg ist die überschaubar große Tiroler Ringer-Familie aus dem Häuschen. „Es ist der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte des RSC Inzing“, erklärte Obmann Klaus Draxl, der sogar zu spät zum Geschäftsessen kam, weil er unbedingt den Bronze-Kampf mitverfolgen wollte. Die Inzinger durften sich nach EM-Bronze nun über die zweite Medaille in der allgemeinen Klasse freuen. „Beides hat Martina geschafft, ein Wahnsinn“, sagte Draxl respektvoll.

Die Inzinger setzten alles auf eine Karte und schickten Kuenz in die höhere Gewichtsklasse bis 72 kg. „Das ist voll aufgegangen“, freute sich Bundestrainer Benedikt Ernst, der das Kämpferherz hervorstrich. „Martina hat es über den Willen gemacht, sie war extrem selbstbewusst!“

Die Tirolerin schrieb mit WM-Bronze ein Stück Geschichte mit, denn die letzte Medaille für Österreich holte vor 18 Jahren bei der WM in Sofia (BUL) die Vorarlbergerin Nikola Hartmann.

„Eine unglaubliche Leistung und beste Werbung für unseren Sport“, erklärte auch der Tiroler Ringer-Präsident Franz Pitschmann. Nachsatz: „Den Burschen hat sie einiges vorgelegt!“ Denn die Auftritte der Tiroler Asse Michael Wagner (heute) und Daniel Gastl (Samstag) kommen noch.