Letztes Update am Fr, 26.10.2018 22:42

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Formel 1

Ein weltmeisterliches Déjà-vu für Hamilton in Mexiko

Wieder Mexiko, wieder Weltmeister? Hamilton will im Autodromo Hermanos Rodriguez seinen fünften WM-Titel in trockene Tücher bringen und auf eine Ebene mit Juan Manuel Fangio.

Schon 2017 krönte sich Mercedes-Superstar Lewis Hamilton (GBR) zum Champion.

© imagoSchon 2017 krönte sich Mercedes-Superstar Lewis Hamilton (GBR) zum Champion.



Von Daniel Suckert

Innsbruck, Mexiko-Stadt — Kein Jubel und schon gar keine Feierlaune wollte bei Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff nach dem USA-Grand-Prix in der Vorwoche aufkommen. Zwar steht sein Team kurz vor dem Gewinn beider WM-Kronen (Fahrer- und Konstrukteurs-WM), die unnötigen Strategiefehler echauffierten den Wiener trotzdem.

„Es ist genau das eingetreten, was ich unentwegt betont habe: Der Titelkampf ist alles andere als vorbei", erklärte der laut eigener Aussage „Zweckpessimist" vor der kurzen Anreise von Texas (USA) nach Mexiko-Stadt. Der Chef fordert an diesem Wochenende noch einmal volle Konzentration.

Dass sein englischer Superstar Lewis Hamilton 70 Punkte Vorsprung auf den einzigen WM-Rivalen, Sebastian Vettel (GER), hat, tangiert Wolff offenbar nicht: „In Mexiko erwartet uns eine ganz andere Herausforderung. Die Höhenlage (2250 Meter, Anm.) stellt die Technik vor eine besondere Herausforderung."

Erneute Titel-Party vor 100.000 Fans?

Wenn die jedoch nicht streikt, dann wird der vierfache Champion Hamilton alles daransetzen, um im zum vierten Mal hintereinander ausverkauften Autodromo erneut den Titel einzufahren. Das Kunststück gelang ihm bereits im Vorjahr — als ihn über 100.000 Zuschauer hochleben ließen.

Heuer hätte das Ganze noch etwas mehr Gewicht. Denn der nächste WM-Pokal ist ein ganz besonderer: Der fünfte würde ihn mit dem unvergessenen Juan Manuel Fangio auf eine Ebene stellen. Der Argentinier prägte wie kein anderer die Anfangsjahre der Königsklasse und gewann zwei (1954/55) seiner fünf Titel (1951/54/55/56/57) im legendären Silberpfeil. Hamilton: „Juan Manuel Fangio ist für uns alle der Gott des Motorsports. Er dominierte eine Ära, die alles andere als einfach war."

Apropos Lob — das größte für „Ham" kam ausgerechnet aus dem Mund seines einstigen „Feindes" Fernando Alonso (McLaren). Der spanische Doppelweltmeister sieht den ehemaligen McLaren-Rivalen (2007) in einer Reihe mit den Legenden wie Fangio, Ayrton Senna oder Alain Prost. Warum? „Das ist ganz einfach zu beantworten: Lewis hat auch Rennen gewonnen, als sein Auto nicht so dominant war. Und das schaffst du nicht ohne das nötige Talent."