Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 07.11.2018


Volleyball

Alpenvolleys sind zurück an dem Ort, wo alles begann

Die Volleyballer der Hypo Tirol Alpenvolleys stehen heute (19 Uhr) gegen Bühl erstmals in der neuen Saison in der Innsbrucker Olympiaworld am Parkett.

© Forcher/AlpenvolleysFür die Hypo Tirol Alpenvolleys (Daniel Koncal) geht es heute erstmals in der Innsbrucker Olympiaworld zur Sache.




Von Daniel Suckert

Innsbruck – „Das Leben ist kein Wunschkonzert“, schmetterte Manager Hannes Kronthaler noch vor dem heutigen ersten Aufschlag in der Olympiaworld sämtli-ches Krisengerede vom Tisch. Das Cup-Aus vom vergangenen Wochenende (0:3 in Düren) sei zu akzeptieren. Mit dem heutigen Liga-Duell gegen Bühl feiern die Alpen- volleys ihre Innsbruck-Premiere. Und das in einer Saison, die richtungsweisend für das Alpenvolleys-Projekt sein wird.

Viel kann man der Führungsriege der Dunkelblauen nicht vorwerfen. Der historische Gang in die Deutsche Liga mit der Unterhaching-Kooperation brachte das sportliche Attribut „attraktiv“ zurück in die Halle. Das Budget hat man heuer auf 1,38 Millionen Euro angehoben, für die wichtige Sponsorensuche in Bayern hat Manager Kronthaler sogar eine eigene Mitarbeiterin angestellt.

Der letztjährige Zuschauerschnitt (1500) soll ausgebaut werden. Darum versucht man das fehlende Publikum aus den eigenen Volleyball-Reihen zu motivieren. Die Ball-Mädchen und -Jungen stellen nun auf Einladung erstmals andere Vereine – heute macht das der Landesligist aus St. Johann.

Dass der internationale Verband die CEV-Auftritte nach Bayern verlegte, hat dem Standort Innsbruck Attraktivität genommen. Um das zu kompensieren, muss nach dem Cup-Aus das Minimalziel Halbfinale erreicht werden. Die Play-off-Partien bleiben ja in der Tiroler Landeshauptstadt.

Ob diese Maßnahmen ausreichen, um den Enthusiasmus vergangener Jahre wieder neu zu entfachen, wird sich in dieser Saison weisen. Einer, der beim Hypo-Projekt viel Luft nach oben sieht, ist der neue Libero. Florian Ringseis, ein in Wien geborener Akteur, steht seit heuer bei den Tirolern unter Vertrag und erfüllt das gewünschte Profil: rotweißroter Nationalteamspieler. „Ich habe mich gut integriert, die Mannschaft hat mich gut aufgenommen und ich kann es mir gut vorstellen, hier länger zu bleiben.“

Der 1,90 Meter große Akteur kennt die Liga, hat mit Bühl (2012–14) und Frankfurt (2015–17) schon zwei deutsche Arbeitgeber erlebt. Dass sich in der Alpenrepublik der Boom um seinen Sport in Grenzen hält, bestätigt der 80-fache Teamspieler: „Vielleicht fehlt es an der Identifikation mit den Vereinen. Es ist unsere Aufgabe, das mit Erfolgen am Parkett zu ändern“, sieht Ringseis sich und sein Team in der Bringschuld. „Am besten gleich heute gegen Bühl.“

In Tirol fehlt ihm in jedem Fall nichts – außer seine Freundin, die in Wr. Neustadt in der gemeinsamen Wohnung geblieben ist: „Sie hat ihren Beruf und ich meinen. Das bringt der Job einfach mit sich.“

Was das sportliche Saison-Potenzial seines neuen Arbeitgebers betrifft, sieht Ringseis alle Möglichkeiten: „Unser Ziel muss das Finale sein. Kleine Ziele sind keine Ziele.“