Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 04.12.2018


Volleyball

Neues glorreiches Kapitel in Chrtianskys Legende

Die 3:0-Gala gegen Meister Berlin rief bei Stefan Chrtiansky, dem Cheftrainer der Hypo Tirol Alpenvolleys, große Erinnerungen wach.

© gepaDer Blick lässt wenig Zweifel offen - Stefan Chrtiansky (K.) sagt in vielen Sprachen an, wo es langgeht.



Von Alex Gruber

Innsbruck – Seit Anfang des neuen Jahrtausends lässt Stefan Chrtiansky, vielfach als Trainer, zwischenzeitlich als Sportdirektor und mit nur einem Jahr Pause, die internationalen Stars im Tiroler Volleyball-Zirkus in die Manege. Und der 3:0-Sieg über Meister Berlin ging da am Sonntag bei den Alpenvolleys Haching in der Tiwag-Arena runter wie Öl. „Das hat mich an unseren 3:0-Heimsieg gegen Friedrichshafen in der Champions League vor acht Jahren erinnert. Es sind ähnliche Gefühle“, schwelgte der 56-jährige Slowake kurz in glorreichen Erinnerungen. Damals habe er sogar die Anzeigetafel fotografiert und die Stars hießen u. a. Gabriel Chocholak (SVK/Diagonalangriff) oder Claudio Carletti (ITA/Aufspiel).

Womit man auch wieder in der Gegenwart wäre. Einer wie Chrtiansky ist Multikulti gewöhnt, neben der in seinem O-Ton „kleinen brasilianischen Mafia“ (Gelinski, Da Silva, Douglas, Frances) erstrecken sich die Nationalitäten im aktuellen Kader von Australien (Thomas Hodge­s) bis nach Russland (Kirill Klets). Letztgenannter schoss Berlin nicht nur ein Stück weit aus der Halle. „Es ist wichtig, mit den Leuten auch in ihrer eigenen Sprache zu sprechen“, führt der Cheftrainer als Sprachengenie neben Englisch, Deutsch, Italienisch auch Ungarisch, Russisch oder Polnisch (Pawel Halaba) in seinem Talon.

„Wichtig ist, dass das Team in der Kabine Englisch spricht und die Stimmung passt“, achte man auch längst nicht nur auf Gardemaß, Technik und Schlagvolumen, sondern auch auf Charakterstärk­e: „Die Mannschaft läuft.“ Und wie: Was anderes lässt sich mit blütenweißer Liga-­Weste und nach sechs Siegen in Serie als Tabellenführer der deutschen Bundesliga auch nicht behaupten. Bereits in der zweiten Saison in neuem Ambiente strecken die Alpenvolleys die Fühler bis ganz nach oben aus. Wenngleich noch niemand vom Titel sprechen will.

Die Feierlichkeiten nach dem Sieg über Berlin sind aber schon wieder Geschicht­e, wenn man heute den Flieger für das CEV-Cup-Rückspiel in Serbien (Novi-Sad) besteigt. „Das wird ein heißes Ambient­e“, stellt sich Chrtiansk­y nach dem 3:2-Sieg im ersten Treffen auf den nächsten Adrenalinkick an der Seitenoutlinie ein.