Letztes Update am Mi, 09.01.2019 16:15

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Handball-WM

Handball-WM 2019: Vieles wird neu, aber die Favoriten bleiben die alten

Am Donnerstag wird die 26. Handball-Weltmeisterschaft in Deutschland und Dänemark eröffnet. Österreich peilt den Aufstieg in die Hauptrunde an.

Mit Topstar Mikkel Hansen bekommt es in der Vorrunde auch Österreich zu tun.

© imago/Ritzau ScanpixMit Topstar Mikkel Hansen bekommt es in der Vorrunde auch Österreich zu tun.



Von Tobias Waidhofer

Berlin – Am Donnerstag (18.15 Uhr) ist es so weit: Mit dem Match zwischen Korea und Deutschland wird die 26. Handball-WM in Deutschland und Dänemark eröffnet. Auch Österreich ist dabei und trifft in der Gruppe C unter anderem auf Dänemark, die TT verschafft einen Überblick:

H wie Heimvorteil: Die WM 2019 stellt eine Premiere dar: Erstmals genießen mit Dänemark und Deutschland zwei Teams den Heimvorteil. Zwölf Jahre nach dem goldenen Wintermärchen (WM-Titel 2007) wollen Deutschlands Handballer im eigenen Land erneut eine Erfolgsstory schreiben – und zählen zumindest zum erweiterten Favoritenkreis. In Dänemark ist die Euphorie ebenfalls groß. Allerdings fehlt dem Gruppengegner des ÖHB noch der große WM-Wurf: Zweimal stand der Olympiasieger von 2016 in diesem Jahrzehnt schon in einem WM-Finale. Gewonnen hat er es noch nie.

A wie Anhänger: Zurückhaltung sieht anders aus: Die Organisatoren der WM peilen in den kommenden Wochen einen Zuschauerrekord an. Aktuell gehen der dänische und der deutsche Verband von rund 800.000 Fans aus. Die bisherige Bestmarke von 750.000 Zuschauern wurde 2007 auch schon in Deutschland aufgestellt.

N wie neu: Die Hauptrunde feiert ihr Comeback. Anders als in den vergangenen WM-Jahren geht es nach der Vorrunde nicht direkt mit der K.-o.-Phase weiter. Das ist freilich keine Premiere. Seit 1995 wurde der Modus immer wieder geändert. Von 1995 bis 2001 gab es eine K.-o.-Runde, von 2003 bis 2011 eine Hauptrunde, 2013 bis 2017 kehrte man zur K.-o.-Phase zurück – und nun wieder zur Hauptrunde.

D wie Dauerbrenner: Rekordweltmeister und Titelverteidiger Frankreich bleibt auch ohne den verletzten Superstar Nikola Karabatic der heißeste Titel-Anwärter. Auch Europameister Spanien rechnet sich einiges aus. Außerdem muss man Schweden, Norwegen, Dänemark, Kroatien und auch Deutschland auf der Rechnung haben. Kurz zusammengefasst: Die Favoriten sind die gleichen wie immer.

B wie besonders: Auch die Weltpolitik blickt auf die WM, schließlich soll dort dieser Tage der nächste Schritt in der innerkoreanischen Annäherung gesetzt werden. Knapp ein Jahr nach dem denkwürdigen Auftritt einer gesamtkoreanischen Frauen-Eishockey-Mannschaft bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang treten Spieler aus beiden Ländern nun auch im Handball gemeinsam an. Vier nordkoreanische Spieler ergänzen den südkoreanischen Kader aus 16 Akteuren. Der erste große Auftritt ist das Eröffnungsspiel morgen (18.15 Uhr) gegen Deutschland.

A wie Ausnahmekönner: Mit Nikola Karabatic fehlt eine der schillerndsten Figuren des Welthandballs. Aber auch ohne den Franzosen gibt es genug Topstars zu bestaunen: Dänemarks Mikkel Hansen (Paris SG) zählt ebenso dazu wie der Kroate Domagoj Duvnjak (THW Kiel). Auch der junge Norweger Sander Sagosen und der Deutsche Uwe Gensheimer (beide Paris) gelten als Ausnahmespieler.

L wie live: ORF Sport Plus überträgt alle Spiele der Österreicher sowie die Halbfinale und das Finale. ARD und ZDF zeigt alle deutschen Spiele live, außerdem sind 15 Partien bei Eurosport zu sehen.

L wie Lob: „Wenn wir gut spielen, dann spielen wir richtig gut“, lobte ÖHB-Teamchef Patrekur Johannesson seine Truppe nach der Vorbereitung. Im rotweißroten Lager präsentierte man sich optimistisch, das gesetzte Ziel (Einzug in die Hauptrunde) zu erreichen. Dafür müssen Robert Weber und Co. in der Gruppe mit Dänemark, Norwegen, Tunesien, Chile und Saudi-Arabien aber drei Teams hinter sich lassen.

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