Letztes Update am Di, 22.01.2019 13:38

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Australian Open

Federer-Bezwinger Tsitsipas zieht ins Melbourne-Halbfinale ein

Der griechische Jungstar setzte sich gegen den Spanier Roberto Bautista Agut in vier Sätzen durch. Nun wartet Rafael Nadal.

Kann es nicht fassen: : Stefanos Tsitsipas.

© imago sportfotodienstKann es nicht fassen: : Stefanos Tsitsipas.



Melbourne – Stefanos Tsitsipas hat als erster Spieler das Halbfinale des Herren-Bewerbs bei den diesjährigen Tennis-Australian Open erreicht. Der als Nummer 14 gesetzte Grieche besiegte am Dienstag im Viertelfinale den Spanier Roberto Bautista Agut (22) 7:5,4:6,6:4,7:6 (2).

Im Halbfinale trifft der Bezwinger von Superstar und Vorjahressieger Roger Federer am Donnerstag auf Rafael Nadal (ESP-2). Der Spanier steht zum 6. Mal in einem Halbfinale der Tennis-Australian-Open. Der Sieger von 2009 machte mit Frances Tiafoe im Viertelfinale recht kurzen Prozess, besiegte den ungesetzten US-Amerikaner 6:3,6:4,6:2.

Der griechische Jungstar spielte auch gegen Bautista Agut wieder mutig nach vorn. Der Weltranglisten-15. holte dabei im ersten und dritten Satz jeweils Aufschlagverluste wieder auf und machte in den entscheidenden Momenten die Punkte gegen Bautista Agut. Der 30-Jährige hatte im Verlauf des Turniers schon den früheren Weltranglisten-Ersten Andy Murray aus Schottland und Vorjahresfinalist Marin Cilic aus Kroatien ausgeschaltet. Auch für den Weltranglisten-24. war es das erste Viertelfinale bei einem Grand-Slam-Turnier. Sieger war nach 3:15 Stunden aber Tsitsipas.

Collins weiter nicht zu stoppen

Die Tschechin Petra Kvitova und die US-Amerikanerin Danielle Collins bestreiten am Donnerstag bei den Tennis-Australian-Open das erste Halbfinale im Damen-Einzel. Kvitova (Nr. 8) besiegte am Dienstag in ihrem Viertelfinale die Australierin Ashleigh Barty (15) 6:1,6:4, davor hatte sich Collins gegen die Russin Anastasia Pawljutschenkowa mit einem 2:6,7:5,6:1 in ihr erstes Major-Halbfinale gespielt.

Mit dem Sieg Kvitovas ist klar, dass die im Achtelfinale der US-Amerikanerin Serena Williams unterlegene Rumänin Simona Halep nicht an der Weltranglistenspitze bleiben wird. Diese wird entweder Kvitova selbst übernehmen, oder eine von drei in den übrigen Viertelfinali engagierten Kandidatinnen. Naomi Osaka (JPN-4) und Elina Switolina (UKR-6) ermitteln am Mittwoch im direkten Duell, wer im Rennen bleibt. Karolina Pliskova (CZE-7) muss dafür Williams (16) ausschalten.

Für Kvitova ist es die insgesamt zweite Melbourne-Vorschlussrunde nach 2012 bzw. steht sie erstmals seit fünf Jahren unter den letzten vier eines Grand Slams. In dieser Zeitspanne liegt der Überfall und die Messer-Attacke auf die heute 28-Jährige im Dezember 2016 in ihrer Wohnung in Prostejov. Sie erlitt dabei an der linken Schlaghand schwere Verletzungen an allen fünf Fingern, wurde vier Stunden lang operiert, gewann aber nicht einmal ein halbes Jahr später schon wieder ein WTA-Turnier.

Das Halbfinale bei einem der vier bedeutendsten Turniere im Welt-Tennis zu erreichen, steht da aber noch darüber. Und das war auch nach dem klaren Erfolg gegen die Lokalmatadorin an Kvitovas emotionaler Reaktion zu merken, als sie von Interview Jim Courier auf diese Rückkehr auf Major-Halbfinal-Ebene angesprochen wurde. Kvitova befindet sich jedenfalls in starker Form, ist als einzige Spielerin noch ohne Satzverlust, steht bei zehn Siegen en suite und ist im Duell um den Finaleinzug gegen Collins Favoritin.

Unmittelbar vor den Australian Open hatte die zweifache Wimbledonsiegerin (2011, 2014) in Sydney ihren 26. Titel auf der Tour geholt, wobei es ebenfalls gegen Barty viel enger zuging. Diesmal hielt die Lokalmatadorin nur im zweiten Satz mit, mit einem Break zum 4:3 stellte Kvitova die Weichen aber auf Sieg. Im ersten Durchgang war nach einer 3:0-Führung früh alles klar gewesen. „Ehrlich, ich habe mir nicht erwartet, noch einmal auf diesem Niveau gegen die Besten zu spielen. Das ist genial“, sagte Kvitova.

Kvitova stand außer bei ihrem zwei Wimbledon-Triumphen noch nie in einem Major-Finale, und Collins wird es ihr das Erreichen ihres dritten dieser Endspiele sicher nicht leicht machen. Die 25-Jährige hatte in „Down Under“ vor der ebenfalls ungesetzten Pawljutschenkowa die Top-20-Spielerinnen Julia Görges (GER), Caroline Garcia (FRA) und Angelique Kerber (GER) ausgeschaltet. Vor ihrem nun ersten Hauptfeld-Antreten im Melbourne Park hatte sie kein einziges Match auf Grand-Slam-Ebene gewonnen.

„Das ist eine unglaubliche Erfahrung. Das ist alles ziemlich neu für mich“, merkte Collins nach ihrem ersten Match in der Rod-Laver-Arena an. Vor einem Jahr habe sie noch Challenger gespielt. Ihre erste Partie in diesem Jahr bestritt Collins in der ersten Runde von Brisbane um den Jahreswechsel gegen Kvitova. Die setzte sich 7:6(6),6:7(6),6:3 durch. Die in Sankt Petersburg in Florida geborene Collins wird sich im Ranking von Position 35 zumindest auf 23 verbessern, ein Finaleinzug würde für sie Top 20 bedeuten. (APA/dpa)


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