Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 05.04.2019


Volleyball

Überstunden statt Halbfinale für die Alpenvolleys

Für den Halbfinal-Einzug war alles angerichtet, doch die Herrschinger Volleyballer vermasselten den Hypo Tirol Alpenvolleys Unterhaching dieses Vorhaben und erzwangen mit dem 3:2-Sieg ein Entscheidungsmatch.

Der blaue Block der Hypo Tirol Alpenvolleys Unterhaching war gestern nicht immer auf der Höhe.

© ForcherDer blaue Block der Hypo Tirol Alpenvolleys Unterhaching war gestern nicht immer auf der Höhe.



Unterhaching — Im Vorjahr war der selbsternannte „geilste Club der Welt" der große Angstgegner der Hypo Tirol Alpenvolleys Unterhaching. Heuer sah das ganz anders aus: Drei Begegnungen endeten mit jeweils drei 3:0-Erfolgen für die Tiroler. Im Play-off-Rückspiel in Unterhaching kam jedoch alles anders: Herrsching kämpfte die Tiroler mit 3:2 nieder.

„Wir haben doch nichts zu verlieren. Alle reden nur mehr davon, wie hoch die Alpenvolleys gewinnen", erklärte Herrschings Coach Max Hauser etwas trotzig vor dem ersten Ballwechsel. Und seine Truppe schien diese Ansage verinnerlicht zu haben. Im ersten Satz agierten die Bayern angriffslustig, mit dem nötigen Risiko und brachten den noch wackeligen Hypo-Block gehörig ins Wanken. Zunächst vergaben die Herrschinger (24:22) zwei Satzbälle — das taten die Dunkelblauen in der Folge auch (25:24, 26:25) und so durfte der Außenseiter doch noch über die 1:0-Satzführung jubeln.

Die Tiroler zeigten im folgenden Durchgang die richtige Reaktion und zogen von Beginn an vorne weg. Ein Fünf-Punkte-Polster hielt sich bis zum Ende. Kapitän Dougi da Silva und Co. glichen mit 25:20 aus.

Wer nun an einen Abschuss dachte, der wurde allerdings gleich eines Besseren belehrt. So schnell konnte man gar nicht schauen, auf einmal leuchtete ein 6:12-Rückstand von der Anzeigetafel. Headcoach Stefan Chrtiansky nahm nicht nur eine Auszeit und wechselte immer wieder durch. Am Ende musste der Slowake jedoch erneut einen Rückstand (16:25) akzeptieren.

„Play-off ist Kopfsache", hatte Coach Chrtiansky im Vorhinein so treffend formuliert. Mit dem Rücken zur Wand schienen die heimischen Akteure begriffen zu haben, um was es an diesem Abend ging. Die Bayern zogen im vierten Durchgang zwar von Beginn an davon, diesmal ließen die Alpenvolleys aber den Abstand nicht mehr zu groß werden. Insgesamt drei Matchbälle hatte der „geilste Club der Welt" zur Verfügung, dreimal hatte die Chrtiansky-Truppe die richtige Antwort parat. Und so rettete man sich mit einem hart umkämpften 30:28 doch noch in den Entscheidungssatz.

Da gab es aber zunächst für die TV-Zuschauer eine böse Überraschung: Der Privatsender Sport 1 wechselte auf einmal zum Darts. Im Stream erlebte man dann eine emotionale Entscheidung, bei der Herrsching das bessere Ende für sich hatte. Das 15:13 bedeutete den Ausgleich in der „best-of-three"-Serie. Das entscheidende Match steigt morgen in Innsbruck. (suki)