Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 07.04.2019


Volleyball

Spieß umgedreht: Alpenvolleys nach 3:1-Sieg im Halbfinale

Das Saison-Aus vor Augen verwandeln die Hypo Tirol Alpenvolleys ein 0:1 in ein 3:1 und ziehen gegen Herrsching ins Bundesliga-Halbfinale ein.

Viele Hände, aber kein Mittel gegen Pawel Halaba: Der polnische Alpenvolleys-Akteur war im Entscheidungsspiel im Viertelfinale der deutschen Bundesliga in Hochform.

© gepaViele Hände, aber kein Mittel gegen Pawel Halaba: Der polnische Alpenvolleys-Akteur war im Entscheidungsspiel im Viertelfinale der deutschen Bundesliga in Hochform.



Von Roman Stelzl

Innsbruck — Frei nach Filmheld Rocky Balboa („It Ain't Over Til It's Over") ist ein Spiel erst dann vorbei, wenn es vorbei ist — und so gesehen war der erste Satz des Viertelfinal-Showdowns für die Hypo Tirol Alpenvolleys am Samstag kein k.o.-Schlag, sondern ein Weckruf zur rechten Zeit. Nach einem 0:1-Rückstand in Satz eins (20:25) stand das Team in der Innsbrucker Olympiahalle vor dem Aus, das Entscheidungsspiel der „best of three"-Viertelfinalserie drohte zugunsten der Gäste aus Herrsching zu kippen.

Doch drei starke Auftritte in den folgenden Durchgängen (25:19, 25:16, 25:16) entschied die Partie noch zugunsten der klar favorisierten Gastgeber. Damit schaffte die Spiel-Kooperation von Innsbruck und Unterhaching nach der überraschenden 2:3-Pleite in der zweiten Partie der Serie den Einzug ins Halbfinale.

Das eiligst organisierte dritte Duell der beiden lockte zeitgleich mit dem Spiel von Fußball-Bundesligist FC Wacker Innsbruck nebenan nur magere 400 Zuschauer an. Der Gegner in der Vorschlussrunde wird heute im Duell zwischen Berlin und Düren ermittelt. Angeführt wurde die starke Leistung der Alpenvolleys von Pawel Halaba (20 Angriffs-Punkte) und Kirill Klets (15). Halaba verwertete dabei gleich 20 seiner 28 Angriffe und war damit der Topscorer auf Seiten der Gastgeber. „Ich bin extrem erleichtert. Wenn wir dieses Spiel verloren hätten, hätten wir ein Jahr verloren. Und ich weiß nicht, wie das Projekt dann weitergegangen wäre", erklärte General-Manager Hannes Kronthaler.

Für den Tiroler war die Einwechslung von Sohn Niklas nach dem enttäuschenden ersten Satz („Der gleiche Käse, den wir schon in Spiel zwei gezeigt haben") ein Schlüsselmoment: „Von da an haben wir die Probleme mit dem Annahmespiel in den Griff bekommen." Nun bereiten die Alpenvolleys alles für den ersten Auftritt in der „best of five"-Halbfinalserie am kommenden Mittwoch vor, erwartet werden dabei 1600 Zuschauer. Den letzten Platz in der Runde der besten vier machen sich heute Lüneburg und Frankfurt aus.