Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 12.04.2019


Volleyball

Hypo-Libero Ringseis: „Es war ein geiler Abend“

Libero Florian Ringseis will mit den Alpenvolleys morgen in Berlin gleich nachlegen.

Nach 150 Minuten ließ Florian Ringseis seinen Emotionen freien Lauf.

© ForcherNach 150 Minuten ließ Florian Ringseis seinen Emotionen freien Lauf.



Von Daniel Suckert

Innsbruck – Er hustete, krächzte ein wenig und sagte dann mit einem breiten Grinser auf den Lippen: „Es war ein geiler Abend.“ Die Rede ist von Florian Ringseis, dem Libero der Hypo Tirol Alpenvolleys Unterhaching. Der Nationalteamspieler genoss den Tag nach dem 3:1-Sieg im ersten Halbfinal-Duell gegen Berlin in vollen Zügen. Doch schon heute geht der Flieger in die deutsche Hauptstadt, morgen (17.30 Uhr, live Sport1) soll der erste Matchball erspielt werden.

„Wir haben nie an uns gezweifelt“, erklärte der gebürtige Wiener. Dabei hatte sich der neunfache Titelträger aus Deutschland im vierten Durchgang stark zurückgemeldet. Fünf Satzbälle hätten für den 2:2-Ausgleich sorgen können – keiner wurde genützt. Wenige Augenblicke später aber verwerteten die Tiroler ihren zweiten Matchball und ließen die 2000 Zuschauer ausflippen.

Für die Stars des Meisters eine herbe Schmach. Ring­seis: „Wenn du dir den Manager der Berliner angesehen hast, dann weißt du: Da gibt es heute einen richtigen Anschiss.“ Der Titelverteidiger der deutschen Liga kam zu keinem Zeitpunkt so richtig ins Spiel. Negativer Höhepunkt am Mittwochabend war ein Aufschlag, bei dem der Ball nicht einmal das Netz erreichte.

Unterschätzen darf man die Star-Truppe aber auf keinen Fall. Besonders, wenn sie vor heimischer Kulisse aufschlagen dürfen. „Der Druck ist für sie noch einmal größer geworden. Beim Meister geht es um viel Geld. Kommen sie nicht ins Finale, sind sie nicht in der Champions League nächstes Jahr vertreten.“

Das Selbstbewusstsein der heimischen Volleyballer ist in jedem Fall gestiegen. Der Underdog hat gesehen, was möglich ist. So ist es für den Libero der Dunkelblauen auch klar, „dass wir in der nächsten Woche unser zweites Heimspiel wieder gewinnen werden“.

Das Potenzial von Ring­seis und Co. hat den ein oder anderen Gast in der Olympiahalle schon vom Finale träumen lassen. Es wäre für den Proficlub, der im zweiten Jahr der Kooperation mit Unterhaching steht, der nächste anvisierte Schritt. Aber noch steht es erst 1:0 in der „best-of-five“-Halbfinal-Serie.