Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 13.04.2019


Ringen

EM-Silber trocknete die dicken Tränen von Ringerin Martina Kuenz

Nach Rang zwei durch Martina Kuenz greift am Samstag mit Daniel Gastl der nächste Tiroler Ringer bei der EM ein. Der Inzinger Michael Wagner schied in Runde eins aus.

Die Enttäuschung überwog bei Martina Kuenz nur kurz: Die Zirlerin schnappte sich nach 2018 ihre bereits dritte Medaille.

© gepa/DjorovicDie Enttäuschung überwog bei Martina Kuenz nur kurz: Die Zirlerin schnappte sich nach 2018 ihre bereits dritte Medaille.



Von Roman Stelzl

Bukarest — Eine „ganz bittere Sache" war der EM-Auftritt am Freitag für Michael Wagner. Einen Tag nach dem Silber-Coup durch seine RSC-Inzing-Klubkollegin Martina Kuenz wollte das 26-jährige Ringer-Kraftpaket bei der Europameisterschaft in Bukarest (ROM) nachlegen. Es lief anfangs auch nach Wunsch, doch dann vergab Wagner zum Auftakt der Griechisch-römisch-Qualifikation (bis 77 kg) beim Stand von 5:0 quasi einen Elfmeter und unterlag dem Georgier Beka Mamukaschvili knapp 5:6. Auch Amer Hrustanovic schied im Achtelfinale (bis 87 kg) aus.

„Ich habe gut angefangen, war richtig gut drauf. Doch dann habe ich bei 5:0 die Nerven weggeschmissen. Es ist sehr schade, da war sicher mehr drinnen", meinte Staatsmeister Wagner, der so wie seine Teammitglieder bis Montag in Rumänien bleibt und den Kollegen die Daumen drückt.

Allen voran Daniel Gastl. Der 25-jährige Inzinger möchte heute in seiner Klasse überraschen und seine erste Medaille bei einer Großveranstaltung abräumen. Sein erster Gegner (Griechisch-römisch bis 97 kg) ist der fünf Jahre jüngere Schweizer Damian von Euw. „Daniel ist gut drauf. Wenn alles passt und er seine Leistung abrufen kann, dann traue ich ihm alles zu", erklärte Klaus Draxl, Obmann des bei der EM satt vertretenen RSC Inzing über Gastl, der im Vorjahr in Spanien seinen ersten Weltcup gewinnen konnte.

Große Freude bereitete aber die Leistung von Kuenz, die nach EM- sowie WM-Bronze von 2018 heuer trotz eines am Ende klar verlorenen Finalkampfs erstmals über Silber jubeln konnte. Wenn auch mit Verspätung nach dem verlorenen Finale. „Da waren Tränen dabei, die Enttäuschung war riesengroß. Aber meine Betreuer haben mir dann gesagt, ich soll mich zusammenreißen und nicht verheult zur Siegerehrung gehen", schmunzelt Kuenz, die nach dem verlorenen Kampf ehrgeizig vorgibt: „Bronze und Silber habe ich jetzt schon. Wie die nächste Farbe aussehen soll, muss ich jetzt ja nicht mehr sagen.