Letztes Update am So, 14.04.2019 15:36

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tennis

Thiem zu Bresnik: „Tennismäßig ist definitiv eine Trennung da“

Für den Niederösterreicher war die Situation schon vor Wochen in Rio klar: „Aber ich will natürlich, dass er in meinem Team bleibt.“

Gehen vorerst zumindest sportlich "getrennte Wege": Günter Bresnik und Dominic Thiem.

© gepaGehen vorerst zumindest sportlich "getrennte Wege": Günter Bresnik und Dominic Thiem.



Monte Carlo – Dominic Thiem hat am Sonntag vor dem ersten großen Sandplatz-Tennisturnier der Saison noch einmal etwas klarer zur Situation rund um seinen Langzeit-Coach Günter Bresnik Stellung genommen. „Für mich ist es kein Neuanfang“, sagte Thiem. Die Situation sei für ihn schon in Rio de Janeiro klar gewesen. „Tennismäßig ist eine Trennung da, das ist definitiv“, sagte Thiem am Sonntag in Monte Carlo.

„Die Situation war in Rio schon genauso, wie es jetzt ist, nur damals hat es halt die Öffentlichkeit nicht gewusst, damals habe nur ich es gewusst“, sagte Thiem. „Es ist für mich selbst keine wirklich andere Situation. Aber ich fühle mich sehr wohl so, wie es jetzt ist. Ich fühle mich sowohl auf dem Platz als auch abseits wohl. Das ist das Wichtigste. Deshalb hoffe ich, dass ich eine gute Sandplatzsaison spielen werde.“

„Will, dass er in meinem Team bleibt“

Der Weltranglisten-Fünfte, der seit rund 15 Jahren von Bresnik betreut wird, verschließt allerdings nicht alle Türen zum bald 58-jährigen Niederösterreicher, der ja auch als Manager für Thiem agiert. „Aber ich will natürlich, dass er in meinem Team bleibt, weil ich habe ihm alles zu verdanken. Meine ganze Tenniskarriere und er ist einer der besten Trainer, die es gibt, das ist auch ganz klar“, so Thiem und ergänzte, „deshalb hoffe ich, dass er bei mir im Team bleibt. Aber zur Zeit habe ich tennismäßig einen neuen Weg eingeschlagen.“

Einen Weg, den er auf der Tour aktuell mit dem Chilenen Nicolas Massu sowie Fitnesscoach Duglas Cordero und Physio Alex Stober geht. Belasten werde ihn dies aber nicht. „Es ist jetzt nicht so schlimm, wie alle denken. Es ist eine ziemlich normale Situation, wenn man mal eine Pause einlegt oder wenn man sich trennt nach so langer Zeit. Das passiert bei jedem, das passiert bei Pärchen, bei Tennisspielern und deren Coaches. Deshalb ist das nicht so schlimm und ich werde mich gut zurechtfinden“, erklärt Thiem.

Doppel an der Seite von Melzer

Den ersten Schritt in die europäische Sandplatz-Saison macht Thiem im Einzel und Doppel, für das er mit Marrakesch-Sieger Jürgen Melzer eine Wildcard erhalten hat, im Fürstentum Monaco. „Das Turnier ist wunderschön, ich freue mich sehr drauf. Ich habe zwei wirklich gute Trainingswochen gehabt in Wien auf Sand und auch hier schon ein paar gute Tage. Natürlich werde ich versuchen, vom ersten Punkt an voll dazu sein“, hofft Thiem an einem verregneten Sonntag in Monte Carlo.

Für das dritte 1000er-Turnier des Jahres sieht Thiem Rafael Nadal als den Mann, den es zu schlagen gilt. „Solange Rafa auf Sand spielt, ist immer er der Topfavorit auf jeden Titel. Das Feld von Herausforderern ist für ihn größer geworden ist, weil Djokovic wieder richtig gut spielt. Der kann ihn immer schlagen. Dann hoffe ich natürlich, dass ich wieder gut spielen werde“, so Thiem. Zudem habe Alexander Zverev im Vorjahr „eine sensationelle Sandplatz-Saison gespielt. Mit ihm ist sicher wieder zu rechnen.“ (APA)