Letztes Update am Fr, 03.05.2019 19:55

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Leichtathletik

Diamond-League: Weißhaidinger starker Zweiter in Doha

Die 66,90 Meter von Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger im dritten Versuch bedeuten Saisonbestleistung und Olympia-Limit.

Österreichs Leichtathletik-Aushängeschild Lukas Weißhaidinger.

© AFPÖsterreichs Leichtathletik-Aushängeschild Lukas Weißhaidinger.



Doha – Österreichs Leichtathletik-Aushängeschild Lukas Weißhaidinger ist am Freitag ausgezeichnet in die Diamond-League-Saison gestartet. Der 27-jährige Diskuswerfer belegte nach 66,90 Metern im 3. Versuch den zweiten Rang und musste sich nur dem Schweden Daniel Stahl (70,56 m) geschlagen geben. Für Weißhaidinger war es am Schauplatz der WM im September auch eine neue Saisonbestleistung. Die 66,90 Meter bedeuteten für Weißhaidinger schon im zweiten Saison-Wettkampf auch das Olympia-Limit für die Spiele in Tokio 2020. Zwar hatte der Oberösterreicher schon in Schwechat die erforderliche Marke von 66 Meter übertroffen, doch die Frist zur Limiterbringung hatte erst am 1. Mai begonnen.

„Ein traumhafter Saisonbeginn, die Platzierung ist besser als erwartet, die Leistung wirklich okay“, freute sich der ÖLV-Rekordhalter, der ein Preisgeld von 6.000 US-Dollar (5350 Euro) brutto kassierte. Nach einer 65,91-Meter-Weite zum Auftakt und einem ungültigen Versuch warf er die Scheibe zur Saisonbestmarke. Die weiteren drei Versuche waren ungültig, wobei ja auch das Austesten der Anlage im Vordergrund stand.

Generalprobe für WM

Weißhaidinger-Coach Gregor Högler war sehr zufrieden: „Ich bin stolz auf Luki, Rang zwei im ersten Meeting - das sollte eine fixe Start-Garantie für die weiteren Meetings sein. Besser hätte die Generalprobe für die WM hier in vier Monaten nicht laufen können.“ Sein Schützling steigerte sich gegenüber seiner bisherigen Saisonbestleistung beim Test in Schwechat (66,22) um 68 Zentimeter. Wichtig für die Psyche ist wohl auch, dass der EM-Dritte diese Leistung am Schauplatz der kommenden Weltmeisterschaften im September geschafft hat.

„Natürlich ist man beim ersten internationalen Auftritt nervös, weiß nicht, wo man steht. Dass ich jetzt als Zweiter dastehe, ist einfach großartig. Ich bin richtig erleichtert“, meinte Weißhaidinger.

Sieg für Caster Semenya

Eine Klasse für sich war der schwedische Vize-Weltmeister Daniel Stahl mit drei Würfen über 70 m und der Siegerweite von 70,56. Damit war die Jahres-Weltbestleistung um gleich drei Meter überboten. Weißhaidinger ließ u.a. Olympiasieger Christoph Harting (GER/64,49), Ex-Weltmeister Piotr Malachowski (POL/64,45) und den WM-Dritten Mason Finley (USA/63,52) hinter sich. „Das kann sich wirklich sehen lassen“, kommentierte der Oberösterreicher dies.

Für die international wohl interessanteste Vorstellung sorgte Caster Semenya: Im letzten Rennen vor der umstrittenen Einführung eines Testosteron-Limits siegte die Doppel-Olympiasiegerin über 800 m in 1:54,98 Minuten klar vor Francine Niyonsaba (Burundi/1:57,75). Es war der 30. Sieg in Folge für Semenya über diese Distanz.

Semenya, deren Berufung gegen diese Neuregelung vom obersten Sportgericht abgelehnt worden war, muss nun medizinisch ihr Testosteron-Level auf unter 5 nmol/Liter senken, wenn sie weiter antreten möchte. Die neue Regel wird am 8. Mai eingeführt, sie gilt für Frauen-Rennen von 400 m bis zu einer Meile.(APA)