Letztes Update am So, 02.06.2019 16:32

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


French Open

Haase „crashte“ Medientermin von Thiem: „Brauche den Stuhl“

Am Tag nach dem Serena-Eklat präsentierte sich Dominic Thiem wieder gut gelaunt, die Sache sei erledigt. Zumindest sei er rechtzeitig zum Champions-League-Finale gekommen.

Erlebt derzeit turbulente Tage in Paris: Österreichs Nummer eins Dominic Thiem.

© AFPErlebt derzeit turbulente Tage in Paris: Österreichs Nummer eins Dominic Thiem.



Paris – Robin Haase sorgte am Sonntag in Paris bei einem Medientermin von Dominic Thiem für österreichische Medien für großes Gelächter. Der niederländische Tennis-Profi „crashte“ in Anspielung auf den Vorfall mit dem Raum-Wechsel Thiems wegen Serena Williams am Vortag das Gespräch. „Entschuldigung, dass ich stören muss, aber ich brauche den Stuhl jetzt fürs Interview ...“, scherzte Haase.

„Ich hoffe, das ist auf Kamera jetzt ... „, meinte Thiem lachend. Bereits zuvor hatte sich der 25-jährige Niederösterreicher, der am Vortag den Interview-Raum 1 zugunsten von Williams hatte vorzeitig räumen müssen, nochmals zu dem Vorfall geäußert. „Für mich ist die Sache erledigt. Ich selber war auch nicht verärgert oder frustriert. Ich bin sogar deshalb rechtzeitig zum Champions-League-Finale gekommen, aber ich denke, dass es ums Prinzip geht“, sagte Thiem.

Video ging viral

Sein Interview-Auftritt sorgte aber doch für relativ großes Aufsehen und wurde in den Sozialen Netzwerken als Video weit über tausend Mal geteilt und hatte auf YouTube Sonntagnachmittag schon knapp 35.000 Views (siehe unten). Thiem korrigierte aber auch sich selbst. „Es ist egal, ob ich dort sitze oder... wahrscheinlich habe ich auch etwas Falsches gesagt, dass ich kein Junior mehr bin. Selbst wenn ein Junior da drinnen sitzt, gehört der respektiert und das war nicht der Fall.“

Das Champions-League-Finale hat Fußball-Fan Thiem danach verfolgt. „Es war kein gutes Match, aber sowohl Liverpool als auch Tottenham haben diese Saison unglaubliche Partien gespielt, geschichtsträchtige Matches abgeliefert. Also da sei ihnen ein schlechtes Match verziehen. Und es ist dem (Jürgen) Klopp natürlich schwer zu vergönnen. Es ist richtig, dass so ein Supertrainer wie er auch die Champions League gewonnen hat.“

Thiem, der nun zu vielen Medienterminen mit einer Dose seines Getränkesponsors erscheint, ist sich bewusst, dass er diese nicht überall herzeigen darf. Am Vortag wurde das Getränk von einer ITF-Mitarbeiterin dezent vom Interviewtisch entfernt. „Nein, ich darf sie nicht überall herzeigen, aber ich versuche es immer wieder“, sagte Thiem lachend.

Seitenhieb gegen Williams

Geäußert hat sich Thiem auch zu Modeerscheinungen im Tennis. „Mein Favorit bleibt das Zebra von 2016“, erinnerte er an sein „adidas“-Outfit in Paris vor drei Jahren. Grundsätzlich sei ihm Tennismode „komplett wurscht“: „Es ist wichtig, dass der Schläger, die Saite passt und die Schuhe müssen passen.“ Als er nach dem Outfit von Serena Williams befragt wurde, konnte er sich eine kleine Spitze nicht verkneifen. „Ich habe es nicht gesehen, sie war nicht so lang im Turnier.“ (APA)