Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 17.06.2019


Bike-Festival

22.500 staunten beim Crankworx: „Gibt nichts Vergleichbares“

Mit einer Slopestyle-Show von Sieger Brett Rheeder (CAN) ging das Bike-Festival Crankworx zu Ende. OK-Chef Georg Spazier freut sich über 22.500 Fans und will das Angebot erweitern.

Crankworx-Superstar Brett Rheeder siegte im Slopestyle.

© Shoot and Style.comCrankworx-Superstar Brett Rheeder siegte im Slopestyle.



Von Benjamin Kiechl

Mutters — Das Warten hat sich mehr als gelohnt oder wie Organisator Georg Spazier sagte: „Die Show war einfach dramaturgisch sensationell!" Nach der Absage am Samstag packten die weltbesten Freeride-Biker am Sonntag beim Slopestyle ihre waghalsigsten Sprünge aus, riskierten Kopf und Kragen. Trotz verpatztem ersten Lauf schnappte sich Superstar Brett Rheeder (CAN) den Sieg. Auch im Downhill-Bewerb am Vormittag ging es rasant zur Sache. Die Österreicher spielten bei Crankworx (mit Ausnahme des Reutteners Peter Kaiser als Dritter im Whip-Off) aber nur Nebenrollen.

Die volle Aufmerksamkeit war Innsbruck als einzigem Europa-Stopp der Serie, zu der auch Rotorua in Neuseeland und Whistler in Kanada zählen, sicher. Der Ausstieg von Les Gets in Frankreich sei kurzfristig sogar ein Vorteil, meinte Spazier. „Jetzt sind wir etwas Einzigartiges und die Leute kommen aus ganz Europa zu uns." Mittelfristig sei angedacht, dass eine Station in Nordeuropa hinzukomme.

Brook MacDonald holte sich den Downhill-Sieg.
Brook MacDonald holte sich den Downhill-Sieg.
- shootandstyle.com

Der Organisator konnte bei den Siegerehrungen zufrieden bilanzieren. Ingesamt 22.500 Zuschauer strömten zu den Wettkämpfen, das waren rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Das Rote Kreuz war mit bis zu 22 Sanitätern sowie vier Notärzten im Einsatz und versorgte 33 Patienten.

Der Preis für das Festival-Ticket (20 Euro) blieb gleich wie im Vorjahr. Der neue Programmpunkt Dual Slalom am Donnerstag habe sich genauso bewährt wie die Downhill-Strecke in Mutters. „Die ist jetzt gut eingefahren", feixte Spazier und verwies auf die Nachnutzung für Gäste. Auch der Pump Track im Bikepark Mutters bleibt erhalten.

Derzeit sieht es nach weiteren Auflagen von Crankworx in Innsbruck aus. Während die Veranstaltung für die Anrainer an den Renntagen Ausnahmezustand bedeutet, sei sie für das Tourismus-Image „genau das passende Event für die alpin-urbane Zielgruppe", erzählte Karin Seiler-Lall. Der Geschäftsführerin des TVB Innsbruck gefällt Crankworx, wie an ihrer Euphorie bei den Siegerehrungen ersichtlich war.

Spazier will Crankworx in den nächsten Jahren noch größer machen. „Die Gespräche laufen sehr gut. Seit dem Aus von Air+Style gibt es nichts Vergleichbares in Innsbruck für junges Publikum." Ihm schwebe eine Verlängerung auf rund eine Woche und ein Komplett-Angebot mit zusätzlichen Rennen (Enduro, E-Bike) vor. Während bei Air+Style jedoch immer öfter die Party im Vordergrund stand, solle Crankworx ein Sportevent bleiben.

Die dritte Auflage war wieder eine Riesenshow — fragt sich nur um welchen Preis? „Ich möchte nicht wissen, was das alles kostet", merkte so mancher Fan kritisch an.

Crankworx in Zahlen

Ergebnisse Slopestyle: 1. Brett Rheeder (CAN), 2. Emil Johansson (SWE), 3. Dawid Goziek (POL). Ergebnisse Downhill, Herren: 1. Brook MacDonald, 2. Edward Masters (beide NZL), 3. Dean Lucas (AUS). Weiters: 29. Maximilian Reitter (AUT). Damen: 1. Tracey Hannah (AUS), 2. Camille Balanche, 3. Carina Cappelari (beide SUI). Weiters: 16. Helene Fruhwirth (AUT).

King of Crankworx (nach 2 von 3 Stationen): Tomas Lemoine (FRA). Queen of Crankworx: Vaea Verbeeck (CAN).

Fakten zu Crankworx Innsbruck: Preisgeld gesamt: 62.250 Euro. Livestream-Seherzahlen: 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Verpflegung: 210 kg Äpfel, 1500 l Wasser. Infrastruktur: 4 km Stromkabel, 2,4 km Zäune. Mitarbeiter und Freiwillige: 400.