Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 28.06.2019


Beachvolleyball

Auftakt zur Beachvolleyball-WM: Spaß als Schlüssel zum Erfolg

Clemens Doppler spielt ab heute seine zehnte Beachvolleyball-WM, damit egalisiert er sogar den Teilnahmerekord. Drei ÖVV-Teams starten ab heute in Hamburg – jetzt auch Schützenhöfer/Plesiutschnig.

null

© Angerer



Hamburg, Innsbruck – Beachvolleyballer Clemens Doppler nimmt heute seine zehnte WM in Folge in Angriff. Seit den Heim-Titelkämpfen 2001 in Klagenfurt war der Oberösterreicher immer dabei, wenn es um die Medaillen ging. Vor zwei Jahren auf der Wiener Donauinsel gelang ihm mit Partner Alexander Horst mit Silber gar ein „Sommermärchen“. In Hamburg treten die beiden daher nun als Vize-Weltmeister an.

Doppler selbst hat über rund zwei Jahrzehnte mitbekommen, wie sich in seiner Sportart alles verändert hat. „Da hat sich schon gewaltig viel getan. Angefangen vom Spielkonzept bis hin zur Athletik und Rundum-Betreuung mit Scout, Physio und Trainer“, sagte der 38-Jährige. „Früher gab es eine Dominanz der US-Amerikaner und Brasilianer. Natürlich können die noch immer gewinnen, doch die Europäer haben ex­trem aufgeholt, wenn nicht sogar überholt.“

Mit seiner Teilnahme in Hamburg stellt Doppler den Rekord des Brasilianers Emanuel Rego ein, sonst kam bei den nunmehr insgesamt zwölf Weltmeisterschaften keiner auf zehn oder mehr Teilnahmen. „Er trägt einen der drei größten Namen in der Geschichte unseres Sports“, meinte Doppler in einem Interview für die WM-Website. „Mit ihm in einem Atemzug genannt zu werden und mit ihm einen Rekord zu halten, ist etwas, das mich sehr stolz macht.“

Wenn Doppler an Klagenfurt vor 18 Jahren zurückdenkt, merkt er die großen Veränderungen bei sich und im Spiel an sich. „Ich war damals 20 und weit davon entfernt, ein professioneller Athlet zu sein. Ich habe nur zum Spaß gespielt. Aber danach habe ich jedes Jahr noch mehr Spaß daran gehabt.“ Das war dadurch bedingt, dass der Welser besonders bei großen Events in der Regel immer seine Leistung gebracht hat.

Und das, obwohl er zahlreiche Knie-Operationen hinter sich hat und man sich für EM, WM und Olympia stets auch qualifizieren muss. „Ich bin immer aufgestanden und zurückgekommen, da ich so viel Liebe für diesen Sport habe. Natürlich ist es auch Glück, dass ich nie verletzt war, als gerade Weltmeisterschaften waren. Aber immer dabei gewesen zu sein, zeugt von Konstanz. Darauf bin ich ziemlich stolz.“

Der Höhepunkt Dopplers war ganz klar die Silbermedaille vor zwei Jahren in Wien. Der Heim-Event mit den Massen an österreichischen Fans wird dem Routinier als Karriere-Höhepunkt in Erinnerung bleiben. „Mein bestes WM-Abschneiden davor war ein neunter Platz, was nicht schlecht ist. Aber was in Wien passiert ist, ist ein Märchen.“ In Hamburg sogar Gold zu holen, hält Doppler für nicht unmöglich. „Aber das Wichtigste für uns ist, Spaß zu haben. Das ist der Schlüssel zum Erfolg.“

Zu den Favoriten zählen Doppler/Horst weniger, auch Robin Seidl/Philipp Waller nicht. Katharina Schützenhöfer/Lena Plesiutschnig waren gestern überhaupt erst kurzfristig nach Absage der Tschechinnen ins Aufgebot gesprungen. Aber auch vor zwei Jahren war mit einer Medaille nicht zu rechnen.

Ein gutes WM-Abschneiden wäre für die Olympia-Qualifikation enorm wertvoll, denn allmählich wird es Zeit für „fette“ Punkte. Um an die zu kommen, muss vorerst die Gruppen-Phase überstanden werden. Aus den zwölf Vierer-Pools steigen die jeweiligen Top zwei sowie die vier besten Dritten auf. Die übrigen acht Dritten spielen in Play-off-Partien die restlichen vier Aufsteiger aus. Doppler/Horst wurden in Gruppe C gelost, haben da einen interessanten Mix als Gegnerschaft.

„Wir haben alles in unserer Gruppe“, erkannte Doppler/Horst-Coach Robert Nowotny, er denke dennoch, dass der Gruppenaufstieg möglich sein sollte. Los geht es für sie heute ab 14 Uhr. Seidl/Waller treffen bei ihrer ­gemeinsamen WM-Premiere in Gruppe H etwa auf die Olympiazweiten Paolo Nicolai/Daniele Lupo (ITA) und die Brasilianer Andre/George. Sie spielen erstmals am morgigen Samstag.

Das Damen-Duo Schützenhöfer/Plesiutschnig trifft heute (14 Uhr) in Pool B auf das deutsche Wildcard-Team Leonie Körtzinger/Sarah Schneider. (APA, TT)

Fakten zur Beachvolleyball-WM:

WM-Programm: ab heute bis Dienstag (Damen) bzw. Mittwoch (Herren) Gruppenspiele und „Play-off"-Runde; Mittwoch: Sechzehntelfinale Damen; Donnerstag: Sechzehntelfinale Herren, Achtelfinale Damen; Freitag, 5. Juli: Achtelfinale Herren, Viertel- und Semifinale Damen; Samstag, 6. Juli: Bronze- und Gold-Match Damen, Viertel- und Semifinale Herren; Sonntag, 7. Juli: Bronze- und Gold-Match Herren.

Bisher beste WM-Ergebnisse für Österreich:

Silber: Clemens Doppler/Alexander Horst 2017;

Platz 5: Doris und Stefanie Schwaiger 2009 und 2013;

Platz 9: Doppler/Matthias Mellitzer und Schwaiger/Schwaiger jeweils 2011, Doppler/Horst 2013, Doppler/Peter Gartmayer 2007, Florian Gosch/Horst 2007 und 2009, Nik Berger/Oliver Stamm 2001.