Letztes Update am Do, 27.06.2019 16:50

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Formel 1

200.000 Fans erwartet: Spielberg freut sich auf zweitbesten Besuch

Dass laut Red-Bull-Konsulent Helmut Marko aufgrund des unfangreichen Rahmenprogramms selbst bei 200.000 Besuchern keine schwarze Null erwirtschaftbar sei, damit versucht man am Ring zu leben.

Zahlreiche Fans strömten am Donnerstag in die Boxengasse.

© gepaZahlreiche Fans strömten am Donnerstag in die Boxengasse.



Spielberg – Spielberg freut sich auf den besten Besuch seit dem Comeback der Formel 1 auf dem Red Bull Ring 2014. Rund 200.000 Besucher werden über die vier Tage des Grand Prix von Österreich 2019 erwartet, eine positive Überraschung. Nicht ganz für Philipp Berkessy: „Es ist positiv zu bewerten, dass die Menschen anscheinend das Produkt annehmen und bereit sind, ihr Wochenende hier zu verbringen.“

Der Prokurist und Marketing-Chef des Projekts Spielberg führt die starken Besucherzahlen trotz des erwarteten Hitze-Wochenendes u.a. auf das umfangreiche Rahmenprogramm zurück, das die Tickets aufwertet. Vom Boxengassenbesuch über Autogrammstunden und Konzerten erwartet die Fans am Ende neben dem Rennen an sich auch eine spektakuläre Legenden-Parade mit Star-Fahrern und Supercars. „Deshalb verbringen die meisten Besucher auch die vollen vier Tage hier, um den Mehrwert des Tickets voll ausnützen zu können.“

Verstappen als Zuschauermagnet

Erfreulich entwickelt haben sich laut Berkessy auch die Kooperationen mit der Lebensmittelhandelskette Hofer oder dem Titelsponsor myWorld. Ein Magnet ist auch Max Verstappen. Alleine wegen dem niederländischen Red-Bull-Fahrer kommen an die 22.000 Holländer zum traditionellen Holiday-Grand-Prix nach Österreich.

Dass man heuer speziell dem verstorbenen Niki Lauda gedenkt, dürfte auch eine gewisse Auswirkung auf den Zuschauer-Zuspruch haben. „Das ist sicher auch ein Faktor, weil es ein sehr starkes nationales Thema ist“, glaubt Berkessy. Hilfreich sei aber auch, dass man durch die gute Zusammenarbeit mit dem neuen F1-Besitzer Liberty Media beim Bespielen des Events aus dem Vollen schöpfen könne.

Dass laut Red-Bull-Konsulent Helmut Marko aufgrund des unfangreichen Rahmenprogramms selbst bei 200.000 Besuchern keine schwarze Null erwirtschaftbar sei, damit versucht man am Ring zu leben. Berkessy: „Wir versuchen ständig, die Ergebnisse zu verbessern.“ Erfreulich sei, dass sich nach einer Restrukturierung der Veranstaltungen am Ring das bisher erfolgreichste Jahr für das Projekt Spielberg abzeichnet. Die stärksten Events sind die Formel 1, die MotoGP sowie bereits auf Platz drei die E-Mobility Play Days.

Gedenken an Lauda

Immer stärker werden auch die Bande zwischen Spielberg und Graz, wie zuletzt auch wieder der Showrun von Verstappen auf den Schloßberg bewiesen hat. Berkessy: „Das Medienecho war enorm, auch weltweit. Es war ein schönes Fenster zur Welt.“ Der Ball am Samstag in den Grazer Kasematten hat starken Formel-1-Flair, dort sind sogar die von Liberty von der Strecke verbannten Grid Girls sowie die Formula Unas von Red Bull anzutreffen. Bürgermeister Siegfried Nagl hatte Graz deshalb als „Hauptstadt des Grand-Prix-Bundeslandes Steiermark“ bezeichnet.

Lauda gedenkt man am Spielberg-Wochenende mit der Präsentation seiner Weltmeister-Autos sowie einer Bilder-Galerie. Ob der Wiener eventuell auch eine „permanente“ Kurve bekommt, wurde nicht kommentiert. Aber das wird ohnehin nicht alles gewesen sein. „Es wird am Wochenende noch einige Überraschungen geben“, versprach Berkessy. (APA)