Letztes Update am So, 30.06.2019 12:47

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Formel 1

Nach Strafen: Verwirrung wegen „Startplatz-Geschenk“ an Hamilton

Aufgrund von sieben Strafen für sechs Fahrer zu unterschiedlichen Zeitpunkten wusste lange Zeit selbst die Formel-1-Verantwortlichen nicht, wie die provisorische Startaufstellung in Spielberg aussehen würde.

Lewis Hamilton wurde um drei Plätze zurückgereiht, um dann wieder einen nach vorne zu rutschen.

© POOLLewis Hamilton wurde um drei Plätze zurückgereiht, um dann wieder einen nach vorne zu rutschen.



Spielberg – Nach dem Qualifying für den Großen Preis von Österreich hat am Samstag reichlich Verwirrung geherrscht. Aufgrund von sieben Strafen für sechs Fahrer zu unterschiedlichen Zeitpunkten wusste lange Zeit selbst die Formel-1-Verantwortlichen nicht, wie die provisorische Startaufstellung für das Rennen in Spielberg am Sonntag aussehen würde. Die Regeln sind hochkomplex und strafen die Arithmetik Lügen.

Das prominenteste Beispiel war WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton: Der Brite qualifizierte sich mit der zweitbesten Zeit, fasste aber nachher von der Rennleitung eine Strafversetzung von drei Plätzen aus, weil er Kimi Räikkönen behindert hatte. Normalerweise hätte er damit vom fünften Startplatz aus in Rennen gehen müssen - so auch die Annahme bei seinem Mercedes-Team. Auch die Formel-1-Webseite veröffentlichte auf Twitter die Top Ten der Startaufstellung mit Hamilton auf Platz fünf.

Auf der provisorischen Startaufstellung, die der Motorsport-Weltverband (FIA) etwas nach 20.00 Uhr am Samstag veröffentlichte, schien Hamilton jedoch auf dem vierten Platz auf. Grund ist eine vorher ausgesprochene und angewendete Strafe für den Dänen Kevin Magnussen, der wegen des Austausches des Getriebes in seinem Haas mit fünf Plätzen bestraft wurde.

In dem komplexen Mechanismus, den die FIA verwendet, werden Lücken für versetzte Fahrer gebildet, statt dass nicht bestrafte Fahrer automatisch vorrücken. Erst ganz am Schluss ergibt sich das Gesamtbild, das sich freilich am Sonntagvormittag noch einmal ändern kann, falls die Teams unerlaubte Arbeiten am Auto durchgeführt haben.

Neu ist eine Regel, die besagt was passiert, wenn zwei Fahrer die gleiche Strafe erhalten. Dabei ist nicht mehr wie früher der Zeitpunkt der Sanktion entscheidend, sondern die bessere Qualifying-Zeit. Diese Regel erklärt, warum Carlos Sainz auf dem letzten Startplatz stehen wird und nicht Alexander Albon, wie die FIA zunächst irrtümlich mitgeteilt hatte. Beide waren in die letzte Startreihe zurückversetzt worden, Albon war dann aber der schnellere in der Qualifikation und holte sich so Platz 19.

(https://www.youtube.com/watch?v=VWVhmHu6an8 - Video mit Erklärung)