Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 05.07.2019


Motorsport

Kaiser-Urenkel Habsburg hat in der DTM noch Sand im Getriebe

Der Salzburger Ferdinand Habsburg (22) galt als möglicher Formel-1-Pilot, mittlerweile steht er in der DTM am Scheideweg.

Wohin führt der Weg von PS-Hoffnung Ferdinand Habsburg?

© imago images / DeFodiWohin führt der Weg von PS-Hoffnung Ferdinand Habsburg?



Von Daniel Suckert

Innsbruck – Dass der Nachname Habsburg auch in der Motorsportwelt Aufsehen erregen würde, stand außer Frage. Und vor zwei Jahren wähnte man den heutigen Aston-Martin-Piloten (DTM) sogar als potenziellen Formel-1-Kandidaten. Doch in der Formel 3 überrundete ihn ein anderer großer Name: Mick Schumacher, der Sohn des Formel-1-Rekordweltmeisters Michael. Seit heuer versucht sich Ferdinand Habsburg im Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) bei Neuling Aston Martin.

Mit acht Jahren entdeckte der Urenkel von Karl I., dem letzten Kaiser von Österreich, seine Leidenschaft für das PS-Geschäft. Mit der vollen Unterstützung der Eltern. Der anfängliche Förderer war niemand Geringerer als Alex Wurz. Der 69-fache Formel-1-Starter öffnete dem Habsburg-Nachwuchs einige Türen: „Alex hat uns bei wichtigen Entscheidungen geholfen. Wir hatten keine Ahnung vom Motorsport, von daher war Alex ein Sprungbrett in die Motorsportwelt“, gab Habsburg einmal Einblicke.

Und es sah lange Zeit sehr gut aus. Nicht nur aufgrund des prominenten Nachnamens. Doch in den Saisonen 2017/2018 traf ihn die harte Seite des Motorsports: In der Formel-Nachwuchsserie, in der der nächste Schritt Richtung Königsklasse gelegt werden sollte, gelang ihm gerade einmal ein Sieg (Spa, 2017). Konnte der rotweißrote Fahrer 2017 noch Gesamtrang sieben verbuchen, fiel der heute 22-Jährige im Jahr danach noch weiter zurück (13.). Und das ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als Mick Schumachers Stern aufging und der die Formel-3-Serie gewinnen konnte. 2018 kam Habsburg auf magere 87 Zähler, während „Schumi III“ am Ende 365 Zähler vorzuweisen hatte.

Es folgte eine Vertragsunterzeichnung bei WRT-Audi, ein Privatteam der DTM mit Teamchef Vincent Vosse. Doch drei Tage vor dem ersten Test entschied sich Habsburg doch für Aston Martin. Damit zog er nicht nur die Wut des Belgiers auf sich, der Fall wurde an die Anwälte übergeben. Habsburg: „Ich bin meiner Intuition gefolgt, die war korrekt.“

Beide Piloten (Jonathan Aberdein, Pietro Fittipaldi) des Audi-Privatteams liegen augenblicklich vor Habsburg, der mit zwei Zählern auf dem vorletzten Gesamtrang liegt. Das britische Mercedes-Ersatzteam soll im Laufe der Saison noch stärker werden. Das erwartet man auch von dem Salzburger, dessen PS-Karriere am Scheideweg steht.

Programm, Norisring, heute: Freies Training (13/16.15 Uhr); Samstag: Qualifying (10.25); Rennen I (13.30, Sat.1, ORF Sport +); Sonntag: Qualifying (10.35); Rennen II (13.30, Sat.1, ORF Sport +).