Letztes Update am Sa, 06.07.2019 21:10

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wimbledon

Nadal und Federer mit glatten Siegen ins Wimbledon-Achtelfinale

Es war der 350. Grand-Slam-Einzelsieg für den Schweizer Roger Federer. Nun trifft er im Achtelfinale auf den Italiener Matteo Berrettini. Auch Rafael Nadal siegte souverän.

Publikumsliebling Federer feier als erster Spieler in der Profiära (seit 1968) seinen 350. Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier.

© gepaPublikumsliebling Federer feier als erster Spieler in der Profiära (seit 1968) seinen 350. Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier.



London – Grand-Slam-Rekordsieger Roger Federer und der zwölffache French-Open-Champion Rafael Nadal steuern in Wimbledon weiter auf den Halbfinal-Schlager gegeneinander zu. Federer besiegte in London den als Nummer 27 gesetzten Franzosen Lucas Pouille nach 2:05 Stunden mit 7:5,6:2,7:6(4). Davor hatte Nadal Pouilles Landsmann Jo-Wilfried Tsonga beim 6:2,6:3,6:2 in nur 108 Minuten keine Chance gelassen.

Publikumsliebling Federer, der am 8. August 38 Jahre alt wird, hat damit als erster Spieler in der Profiära (seit 1968) seinen 350. Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier gefeiert und qualifizierte sich bereits zum 17. Mal im Rasen-“Mekka“ für das Achtelfinale. In diesem trifft er auf den Italiener Matteo Berrettini. Die Nummer 17 des Turniers hatte zuvor Diego Schwartzman (ARG-24) im bisher längsten Spiel des Turniers in 4:19 Stunden 6:7(5),7:6(2),4:6,7:6(5),6:3 niedergerungen. Für Berrettini bedeutete es die erste Major-Achtelfinal-Qualifikation überhaupt.

Federer wollte der Zahl 350 übrigens nicht allzuviel Bedeutung beimessen, weil in früheren Zeiten die Stars noch gar nicht alle vier Majors gespielt hätten. „Erst in den vergangenen 20 Jahren haben alle begonnen, alle Majors zu spielen“, meinte der Eidgenosse wie immer bescheiden. Dennoch freue ihn die Zahl. Er ist sozusagen das altersmäßige Pendant bei den Herren zum erst 15-jährigen Jungstar Cori „Coco“ Gauff, die mit ihrem Lauf bei den Damen weltweit für Schlagzeilen sorgt.

„Coco hat hier einen tollen Auftritt und viele Herzen auf der Welt gewonnen“, sagte Federer, dessen Auftritt am Samstag aber eher seinen Gegner alt aussehen ließ. „Ich weiß nicht wie viele Jahre mir noch bleiben, aber ich liebe es auf Gras zu spielen, das Spiel kommt mir da sehr natürlich vor.“ Federer könnte mit seinem insgesamt 21. Major-Titel auch seinen neunten Wimbledon-Triumph feiern und damit mit Martina Navratilova an der Church Road gleichziehen.

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Nadal zog mit 51. Sieg mit Björn Borg gleich

Nadal hat noch etwas länger Zeit, der Mallorquiner ist 33. Der 18-fache Major-Sieger ist in der 2. Runde vom Australier Nick Kyrgios weit mehr gefordert worden, als am Samstag. Er stellte sicher seinen nun schon insgesamt 51. Sieg allein in Wimbledon her und hat damit mit Tennis-Legende Björn Borg (SWE) gleichgezogen. „Ich habe ein großartiges Match gespielt und heute Nachmittag sehr vieles gut gemacht“, freute sich „Sandplatz-König“ Nadal. Sein Gegner wurde im letzten noch offenen Drittrundenmatch am Samstagabend zwischen Daniel Evans (GBR) und Joao Sousa (POR/führt aktuell 2:1-Sätze, Anm.) ermittelt.

Einer der ganz großen Namen des Herren-Tennis ist nach einer Hüft-Operation froh, überhaupt in den Doppelbewerben am Start zu sein. Andy Murray schied allerdings im Herren-Doppel an der Seite von Pierre-Hugues Herbert schon in Runde zwei gegen die Kroaten Nikola Mektic/Franko Skugor aus. Im von den Medien gehypten Mixed an der Seite von Serena Williams lief der Schotte hingegen am Samstagabend noch ein.

Das Spiel zwischen dem letzten verbliebenen Deutschen Jan-Lennard Struff und dem Kasachen Michail Kukuschkin musste wegen eines Notfalls im Publikum für über eine Stunde unterbrochen werden. Eine 60-jährige Frau war kollabiert. Danach siegte Kukuschkin mit 6:3,7:6(5),4:6,7:5.

Schon davor hatte es abgesehen von den Top 3 im Ranking immerhin noch ein Top-Ten-Mann in die zweite Wimbledon-Woche geschafft: Kei Nishikori (JPN-8) besiegte Steve Johnson (USA) 6:4,6:3,6:2 und feierte seinen insgesamt 400. Sieg auf der Tour. Er trifft nun auf Kukuschkin. (APA)