Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 13.07.2019


Sport Report

Federer fixiert das Traumfinale

Mit Roger Federer und Novak Djokovic bestreiten die Nummer eins und zwei von Wimbledon das Finale. Der Schweizer Federer bezwang gestern Rafael Nadal.

Am Ende durfte „King Roger“ nach etwas über drei Stunden über den Wimbledon-Finaleinzug jubeln, da staunte auch Ex-Kicker David Beckham (r. unten) auf der Tribüne. Rafael Nadal zeigte sich als fairer Verlierer. <span class="TT11_Fotohinweis">Foto (3): AFP</span>

© AFPAm Ende durfte „King Roger“ nach etwas über drei Stunden über den Wimbledon-Finaleinzug jubeln, da staunte auch Ex-Kicker David Beckham (r. unten) auf der Tribüne. Rafael Nadal zeigte sich als fairer Verlierer. Foto (3): AFP



Wimbledon – Lange fühlte man sich gestern in Wimbledon um elf Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt: Das Halbfinal-Duell der beiden Tennis-Legenden Roger Federer und Rafael Nadal erinnert in Satz eins an jenes epochale Finalspiel aus dem Jahr 2008. Damals rang der Spanier Nadal den Schweizer in fünf Sätzen nieder. Der erste Wimbledon-Titel, ein Meilenstein seiner Karriere.

Ganz so groß sollte das gestrige Spiel dann aber doch nicht werden. Und das lag vornehmlich daran, dass der Meister des Rasens den Matador der roten Asche ab Satz drei gut im Griff hatte. Federer gewann das 40. Duell mit Nadal nach 3:05 Stunden mit 7:6 (3), 1:6, 6:3, 6:4. Damit stellte der 37-jährige Rekord-Grand-Slam-Sieger (20 Titel/acht davon in Wimbledon) im Head-to-Head mit dem vier Jahre jüngeren Weltranglisten-Zweiten auf 16:24.

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Einen ersten Satz auf hohem Niveau schloss Federer im Tiebreak nach einem 2:3-Rückstand mit fünf starken Punkten in Folge ab. In Satz zwei war Federer dann kurz von der Rolle, fabrizierte elf unerzwungene Eigenfehler. Nadal nutzte das eiskalt aus und holte den Satz glatt mit 6:1.

Doch von da an waren die Verhältnisse geklärt. Federer, der vor wenigen Wochen bei den French Open noch eine Abfuhr mit nur neun (!) Games kassiert hatte, zeigte seine unerreichten Rasenkünste vor. Der 102-fache ATP-Turniersieger entschied die beiden Durchgänge 6:3 und 6:4 mit seinem fünften Matchball für sich und steht zum zwölften Mal im Finale (Bilanz 8:3-Siege).

„Es war ein hartes Match, Rafa hat unglaublich gespielt. Ich habe gut serviert, die entscheidenden Punkte gewonnen“, bilanzierte Federer und blickte auf das Duell mit Novak Djokovic voraus: „Novak ist nicht umsonst die Nummer eins, ich bin sehr gespannt.“

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Zum sechsten Mal steht der serbische Weltranglisten-Erste Djokovic im Endspiel von Wimbledon. In 2:49 Stunden setzte sich Djokovic gegen den Überraschungs-Halbfinalisten Roberto Bautista Agut aus Spanien mit 6:2, 4:6, 6:3, 6:2 durch.

„Dies ist ein Traumturnier, seit ich ein Kind war. Im Finale zu sein, ist meinte Traum, der wahr wird“, sagte Djokovic, der sich das zweite Halbfinale zumindest in Teilen anschaute: „Auch ich bin ein Fan von diesem Match. Es ist eine der epischsten Rivalitäten aller Zeiten. Es ist fantastisch, das zu sehen.“

In seinem 25. Grand-Slam-Finale kann Djokovic nun morgen beim traditionsreichsten aller Tennis-Turniere seinen fünften Titel nach 2011, 2014, 2015 und 2018 gewinnen. Zweimal davon (2014, 2015) stand er dem 32-jährigen Federer gegenüber. Auch im dritten Finale ist Djokovic morgen der Favorit. Doch was heißt das schon gegen einen wie Federer? (rost, dpa)

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