Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 17.07.2019


Reitsport

Zurückgekehrtes Gefühl gibt Springreiter Kühner wieder Kraft

Intuition ist wichtig. Springreiter Max Kühner spürt sich nach seiner Schulter-Operation wieder. Das ist gut für den CHIO Aachen.

Springreiter Max Kühner kann sich nach seiner OP wieder in die Bewegung reinfühlen und angreifen.

© gepaSpringreiter Max Kühner kann sich nach seiner OP wieder in die Bewegung reinfühlen und angreifen.



Von Susann Frank

Aachen – Die Schulter sei ganz fest angeschraubt, scherzt Max Kühner. Österreichs erfolgreichster Springreiter ist wieder gut drauf. Nicht einmal zwei Monate nach der Operation wegen der multiplen Fraktur der linken Schulterpfanne fühlt sich der Wahl-Österreicher wieder gut auf dem Pferd. „Meine natürlichen und intuitiven Bewegungen kommen zurück, das ist wichtig“, sagte der gebürtige Bayer.

Sie kommen genau zum richtigen Zeitpunkt: zum CHIO Aachen. Das Reitturnier in Deutschland gilt im Pferdesport als das Maß aller Dinge, mit seiner Größe, seiner Tradition, seinen verschiedenen Disziplinen und seinen enormen Zuschauerzahlen. Kühner fügt noch die Schwierigkeit hinzu: „Hier ist der Boden und der Parcours sehr anspruchsvoll. Es gibt einige Wasserhindernisse und dazu Tausende von Zuschauern. Wenn dein Pferd schreckhaft ist, dann lässt es sich hier ablenken“, erklärte Kühner, der mit vier Pferden angereist ist.

Auf seinem Paradehengst Chardonnay landete er gestern beim Eröffnungsspringen zwar nur auf dem 33. Platz, aber das juckte den 45-Jährigen nicht. Nach dem Sieg von Olivier Robert (FRA) erklärte er: „Das habe ich zum Aufwärmen mitgenommen, um ihm den Platz zu zeigen.“ Und zwar, um heute beim wichtigen „Großen Preis von Europa“ gut abzuschneiden.

Ebenfalls heute tritt Ulrike Prunthaller mit ihrem Hengst Quebec beim mit 2,7 Mio. Euro prestigeträchtigen Reitturnier an. Die oberösterreichische Dressur-Amazone und Kühner sind die einzigen zwei österreichischen Vertreter diese Woche in Aachen. Während Prunthaller nicht bei der EM in Rotterdam (NED) ab Mitte August reiten wird, ist es für Kühner der erklärte Saisonhöhepunkt.

Dafür hat er sich nach seiner Operation am 22. Mai voll in die Physiotherapie reingehängt und ist schon nach fünf Wochen (geplant nach zwei Monaten) wieder Turnier geritten. Beim ersten Turnier fehlte jedoch noch die Intuition, die jetzt wiederkommt – auch durch das sichere Gefühl, dass die Schulter ja ganz fest angeschraubt ist.