Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 18.07.2019


Reitsport

Auch bei der Schnelligkeit zählt die Kraft: Kühner auf Platz 13

Der knappe Zeitfehler von einer Sekunde kostete Max Kühner beim CHIO in Aachen am Mittwoch einen Spitzenplatz, ersparte ihm und Chardonnay aber immerhin den Stechparcours.

Der britische Springreiter Ben Maher flog im Stechen beim „Großen Preis von Europa“ auf Wallach Explosion förmlich zum Sieg.

© dpaDer britische Springreiter Ben Maher flog im Stechen beim „Großen Preis von Europa“ auf Wallach Explosion förmlich zum Sieg.



Von Susann Frank

Aachen – Mit einem lachenden und einem weinenden Auge beendete Max Kühner gestern den zweiten Tag beim größten Reitturnier der Welt, dem CHIO in Aachen. Der knappe Zeitfehler von einer Sekunde kostete Österreichs erfolgreichsten Springreiter beim „Großen Preis von Europa“ eine Spitzenplatzierung. Der 45-Jährige belegte auf seinem Paradepferd Chardonnay schlussendlich den 13. Platz. „Er ist in dem wirklich schweren Parcours gut gesprungen“, lobte Kühner den Hengst: „Deswegen ist der Zeitfehler etwas ärgerlich. Das Gute daran ist, dass Chardonnay sich dafür mehr ausruhen kann“, resümierte der gebürtige Bayer.

Durch den Zeitfehler hatte sich die Paarung den Stech- parcours erspart, aus dem der Brite Ben Maher auf Explosion dank der schnellsten Runde vor Eduardo Alvarez Aznar (ESP/Rockefeller) als Sieger hervorging. Das könnte ein Vorteil für den „Großen Preis von Nordrhein-Westfalen“ sein. Bei der Prüfung muss Kühner morgen noch einmal voll angreifen, um sein Ziel zu erreichen: die Qualifikation für den Höhepunkt am Sonntag, dem „Großen Preis von Aachen“. Dies ist nur der Fall, wenn er nach den beiden Prüfungen auf dem elften Gesamt­rang liegt.

Am Können seines Schimmels zweifelt er nicht. „Es ist ein Reiterthema. Mir geht die Kraft in der Schulter aus“, sagte Kühner. Die Problematik, die aus seiner Verletzung mit der anschließenden Operation vor knapp zwei Monaten resultiert, sei für den gestrigen Zeitfehler verantwortlich gewesen. Zumal die Schulter schon vormittags beim siebten Platz im „Preis des Handwerks“ auf Vancouver Dreams beansprucht worden war.

Beim Dressurhöhepunkt des Tages, dem Grand Prix, landete die Österreicherin Ulrike Prunthaller auf Quebec mit 71,152 Prozent auf dem elften Platz. Es gewann Sönke Rothenberger (GER) auf Cosmo mit starken 81,370 Prozent.