Letztes Update am Do, 18.07.2019 16:09

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


SChwimm-WM

Reitshammer vor WM-Debüt bereits im Olympia-Fieber

Für den Tiroler Bernhard Reitshammer geht bei der Langbahn-WM ab Sonntag ein Traum in Erfüllung. Mit dem Olympia-Limit könnte ein weiterer schon bald Realität werden.

Zehn Tage lang trainierte Bernhard Reitshammer in Japan für den möglichen Olympia-Start und die WM, wo vier Einsätze warten.

© gepaZehn Tage lang trainierte Bernhard Reitshammer in Japan für den möglichen Olympia-Start und die WM, wo vier Einsätze warten.



Von Roman Stelzl

Gwangju – Es ist kurz nach 21 Uhr Ortszeit, als Bernhard Reitshammer an seinem letzten Abend im japanischen Osaka zum Telefon greift. Tirols Parade-Schwimmer kann den heutigen Weiterflug zur Langbahn-Weltmeisterschaft im südkoreanischen Gwangju kaum erwarten, stehen ab Sonntag bei seinem Debüt doch gleich vier Starts an. Und dennoch: Ein klein wenig wehmütig blickt Reitshammer auf sein WM-Vorbereitungsland Japan zurück. Denn er möchte wiederkommen. Spätestens 2020. Zu den Olympischen Spielen in Tokio.

„Mir fehlen derzeit über 100 Meter Rücken nur fünf Hundertstel auf das Limit für die Sommerspiele. Das ist das große Ziel bei der WM“, sagt der 25-jährige Absamer, der wegen einer fehlenden Tiroler Langbahn 2016 seinem Heimatbundesland schweren Herzens den Rücken kehrte.

Beim ASV Linz fand Reitshammer mit dem 50-Meter-Becken die richtigen Bedingungen vor, um den Sprung nach Südkorea zu schaffen. Ein großer Traum geht damit in Erfüllung. „Für uns Schwimmer gibt es Olympia und danach die Langbahn-WM. Das ist das Größte, was wir erreichen können“, schwärmt das 1,89 Meter große Kraftpaket und ergänzt rückblickend zum Abschied aus Tirol: „Ohne die Langbahn in Linz hätte ich es nie zur WM geschafft, da bin ich mir sicher. Das war absolut die richtige Entscheidung. “

Seine erste WM über die volle Distanz ist wortwörtlich Wasser auf den Mühlen. Dort hängen die Trauben für den jüngeren Bruder der früheren WM-Schwimmerin Caroline Reitshammer aber zu hoch für Großtaten. „Das Ziel ist es, ein Halbfinale zu erreichen.“ Die größten Chancen dafür liegen auf der 100-Meter-Rücken-Strecke.

Den Einzug in die zweite Runde nach dem Vorlauf hatte Reitshammer im August des Vorjahres gemeistert – damals bei der Langbahn-EM im schottischen Glasgow über 50 Meter Brust. Am Ende blieb Rang 13. Bei seiner ersten Kurzbahn-WM im vergangenen Dezember in Hang­zhou (CHN) wurde es über 100 Meter Lagen sogar Rang zehn. Nun soll in Südkorea der „Halbfinal-Hattrick“ bei Großveranstaltungen folgen. Eine harte Nuss zum Knacken.

Wie gut die Form ist, stellte Reitshammer erst im Juni unter Beweis. Beim Weltcup in Monte Carlo (MON) schnappte er sich über 100 und 200 Meter Rücken jeweils Bronze und bekam die Medaille von Prinz Albert II. von Monaco überreicht.