Letztes Update am Di, 23.07.2019 14:01

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Schwimm-WM

Nächstes Gold für Sun und erneut Protest bei Siegerehrung

Nach Mack Horton protestierte auch Duncan Scott gegen den chinesischen Goldmedaillen-Gewinner. Sun Yang kommentierte das mit aufgebrachten Gesten gegenüber dem Briten.

Der Jubel von Sun Yang wurde auch von Buhrufen begleitet.

© AFPDer Jubel von Sun Yang wurde auch von Buhrufen begleitet.



Gwangju – Die Affäre um den chinesischen Schwimmer Sun Yang bei der WM in Gwangju nimmt immer größere Ausmaße an. Erneut kam es bei der Siegerehrung zu einem Eklat, dieses Mal verweigerte der Brite Duncan Scott dem Goldmedaillengewinner den Handschlag. Augenzeuge war auch IOC-Präsident Thomas Bach. Der 1.500-m-Titel ging in Abwesenheit von Katie Ledecky (USA) an die Italienerin Simona Quadarella.

Da der Litauer Danas Rapsys, der nach 200 m Kraul als Erster angeschlagen hatte, wegen Zuckens am Startblock disqualifiziert worden war, ging Gold in 1:44,93 Minuten an den unter Dopingverdacht stehenden Chinesen Sun Yang, der bereits die 400 m Kraul gewonnen hatte.

Buhrufe und Beifall von der Tribüne

Hatte ihm da der Australier Mack Horton die Gratulation per Handschlag entsagt und bei der Nationalhymne seinen Platz auf dem Podium freigelassen, reagierte auch der Dienstag drittplatzierte Duncan Scott ähnlich. Sun kommentierte dies mit Ausrufen und aufgebrachten Gesten mit der Faust gegenüber dem Briten. Von den Zuschauern gab es Jubel und Buhrufe gleichermaßen, von der Athletenrängen Beifall für Scott.

Der Weltverband FINA sprach am Montag eine schriftliche Verwarnung gegen den australischen Verband und Horton aus, forderte respektvollen Umgang ein, dies ist auch gegen Großbritannien zu erwarten. Die FINA verwies außerdem auf eine anstehende Verhandlung vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS, diese ist für September angesetzt.

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Bei einer unangekündigten Dopingkontrolle im September 2018 in China soll eine Probe mit Sun Yangs Blut mit einem Hammer zertrümmert worden sein. Der 27-jährige dreifache Olympiasieger soll daran direkt beteiligt gewesen sein, lautet der Vorwurf. Die FINA hatte ihn vom Betrugsverdacht freigesprochen, die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA legte Berufung gegen die FINA-Entscheidung ein.

Ledecky zog aus gesundheitlichen Gründen zurück

Im Finalrennen über 1.500 m fehlte die Vorlaufschnellste und Seriensiegerin Katie Ledecky. Die US-Amerikanerin strich die Distanz wie auch die 200 m Kraul aus gesundheitlichen Gründen. Die Goldmedaille ging in 15:40,89 Min. an die Italienerin Simona Quadarella vor der Deutschen Sarah Köhler (15:48,83). Über die 100 m Rücken verteidigten die Kanadierin Kylie Masse in 58,60 Sek. und der Chinese Xu Jiayu in 52,43 ihre Titel erfolgreich. Die 100 m Brust gingen in 1:04,93 Minuten an die US-Amerikanerin Lilly King. (APA)