Letztes Update am Fr, 26.07.2019 12:04

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tennis

In Kitzbühel soll bei Ofner der Knoten endgültig platzen

2017 stand Sebastian Ofner sensationell im Halbfinale des am Montag beginnenden ATP-Turniers in Kitzbühel. Seither kämpft der Steirer um Konstanz.

Will zurück in die Erfolgsspur: Sebastian Ofner.

© gepaWill zurück in die Erfolgsspur: Sebastian Ofner.



Von Roman Stelzl

Kitzbühel – Die einen würden sagen, da ist der Wurm drin. Andere wiederum formulieren es lieber in bester Matrosen­manier so, dass da etwas aus dem Ruder gelaufen ist. Und auch Sebastian Ofner nimmt für seine Tennis-Karriere ein Wort her, das ganz gut zur Marine passt: „Irgendwie ist bei mir momentan ein Knoten drinnen.“

Nun gut, um jetzt bei den Redewendungen zu bleiben, ist ein Knoten beim Sportler ja da, um irgendwann zu platzen. So etwas war dem 23-jährigen Steirer vor zwei Jahren bei den Generali Open in Kitzbühel passiert. Ofner hatte sich mit einer Wildcard ausgestattet ins Halbfinale des Tiroler Sandplatz-Turniers gekämpft und den Centr­e Court in der Gamsstadt randvoll gefüllt.

Es war die größte Überraschung eines Lokalmatadors seit dem Halbfinaleinzug von Qualifikant Andreas Haider-Maurer 2010. Und zugleich hätte es eine Initialzündung werden sollen. Doch es wurd­e eine Eintagsfliege daraus. Zumindest bis jetzt.

„Ich habe in Kitzbühel gesehen, dass ich viele der besten Spieler schlagen kann. Mir fehlt nur noch die Konstan­z – daran habe ich intensiv gearbeitet. Und ich bin mir sicher, dass ich in den nächsten ein, zwei Jahren wieder so stark spielen werde“, sagt Ofner, der bis heute nach dem Quali-­Aus in Runde eins in Hamburg und mit Coach Wolfgang Thiem (Vater von Star Dominic) trainiert.

Moritz Thiem spielt in Kitzbühel Doppel mit Massu

Der Doppelbewerb beim ATP-Tennisturnier in der kommenden Woche in Kitzbühel hat eine überraschende Paarung dazugewonnen. Moritz Thiem tritt mit Nicolas Massu, dem Coach seines Bruder Dominic, an. Der Chilene Massu gewann in der Gamsstadt 2004 das Einzel.

„Nicolas hat so richtig Lust auf Tennis, ist durch das Training mit Dominic wieder sehr fit geworden und mit 39 Jahren im besten Doppel-Alter“, sagte Vater Wolfgang Thiem. „Von Nicolas kann ich sicher noch viel lernen“, meinte der Junior.

M. Thiem/Massu erhielten eine Wildcard des Veranstalters der Generali Open, für den 19-jährigen jüngeren Bruder des Weltranglistenvierten ist es das erste Antreten auf ATP-Ebene.

Das spielerische Vermögen ist da, daran ließ der aktuel­l 171. der Weltrangliste bei seinen Erfolgen 2017 keinen Zweifel. Nur die stetige Umsetzung lässt seither zu wünschen übrig. Seit dem Halbfinal-Aus gegen João Sousa (POR) vor zwei Jahren konnte der 1,91 Meter große Spieler nur ein Match auf der ATP-Tour für sich entscheiden, zudem fuhr er zwei Challenger-Titel ein. Zu wenig für einen, der sich anschicken sollte, das klaffende Loch hinter Dominic Thiem zu schließen.

Mehr soll es nun bei der am Montag beginnenden 75. Auflage des Kitzbüheler ATP-Turniers werden. Ofner hat neben seinen beiden Landsmännern Dennis Novak und Jurij Rodiono­v die dritte Wildcard für den Hauptbewerb erhalten. „Das ist für mich eine große Ehre und eine Chance, die ich nutzen will. Ich komm­e immer mit schönen Erinnerungen nach Kitzbühel“, ergänzt Österreichs Nummer drei im Tennis.

Nur eine Erinnerung trübt das Ganze: Im Vorjahr war schon zum Auftakt Schluss, damals aber gegen den späteren Turniersieger Martin Kliza­n (SVK). Wenn es heuer viel besser laufen sollte, wär­e es eine Sensation. Aber das hat Sebastian Ofner in Kitzbühel ja ganz gut drauf.