Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 29.07.2019


Tennis

1455 Tage ohne Thiem-Sieg in Kitzbühel sollen im Stallduell enden

Seit 2015 wartet Tennis-Star Dominic Thiem beim ATP-Turnier in Kitzbühel auf einen Einzelsieg. Die Erwartungen sind hoch – das Ziel heißt klar Sieg.

Mehr Schatten als Licht: Der Kitzbühel-Turniersieg fehlt Dominic Thiem noch, zum Auftakt wartet Sebastian Ofner oder Lucas Miedler.

© gepaMehr Schatten als Licht: Der Kitzbühel-Turniersieg fehlt Dominic Thiem noch, zum Auftakt wartet Sebastian Ofner oder Lucas Miedler.



Von Roman Stelzl

Kitzbühel — Mit Sommer und Sand verbinden die meisten schöne Erinnerungen an den letzten Strand-Urlaub — bei Tennis-Star Dominic Thiem ist die jüngste Erinnerung weniger schön. Seit 2016 spricht die Statistik bei den Sandplatz-Turnieren im Sommer nicht für Österreichs Tennis-Star (2:3 Siege) — in Kitzbühel wartet der 25-Jährige gar seit 2015 (!) auf einen Erfolg im Einzel. Sein Viertelfinal-Sieg gegen Albert Montañés (ESP) liegt am Tag seines Erstrunden-Matchs beim ATP-250-Turnier am Mittwoch bereits 1455 Tage zurück.

Es ist Beleg für eine Liebe, die nie vergoldet wurde. Seit 2010 hat der zweifache French-Open-Finalist samt Challenger 2010 achtmal in Kitzbühel aufgeschlagen, ein Finale (2014) sowie ein Halbfinale (2015) stehen einer am Ende mageren Sieges-Bilanz von 8:7 gegenüber. Heuer soll sich das für Thiem ändern — viel spricht für die Nummer vier der Welt. Aber nicht alles.

Der Kramsacher Sandro Kopp verlor gestern in der Qualifikation.
Der Kramsacher Sandro Kopp verlor gestern in der Qualifikation.
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Stallduell: Die Premiere der Night Session am Mittwoch bringt Thiem so oder so einen guten Bekannten. Der Sieger des morgigen Österreicher-Duells zwischen Lucas Miedler und Sebastian Ofner trifft auf Österreichs Nummer eins. Während sein Steirer Teilzeit-Trainingspartner Ofner, der von Thiem-Papa Wolfgang gecoacht wird, mit einer Wildcard einen Kaltstart hinlegt, ist der 23-jährige Miedler bei seiner Kitz-Hauptfeld-Premiere voll im Saft. Mit Quali-Siegen gegen die erfahrenen Turniersieger Denis Istomin (UZB) und gestern mit 6:7 (1), 7:5, 6:3 gegen Carlos Berloq (ARG) bewies Miedler seine starke Form. Dennoch ist Thiem gerade im Österreicher-Duell klarer Favorit — das letzte verlor er 2016 in Kitzbühel aber. Mit 3:6, 5:7. Gegen Jürgen Melzer.

Trainer: Dass Thiem-Coach Nicolás Massú mit Moritz Thiem im Doppel aufschlägt, ist nett — doch wer die Maxime des 39-jährigen Chilenen kennt („Ich will immer gewinnen"), der weiß, dass Kitzbühel für ihn kein Ausflugsziel zum Wandern ist. Massú gewann 2004 die Goldene Gams, weiß genau, wie es geht — und er ist ein Sandplatzwühler, der Thiem gerade auf roter Asche zum Erfolg verhelfen muss.

Heimpublikum: Fluch und Segen zugleich ist die Kulisse. Auch wenn das Wort Druck im Wörterbuch des 13-fachen ATP-Turniersiegers nicht vorkommt, so ist es angesichts der mauen ATP-Einzel-Bilanz bei Heimturnieren (Wien 8:8, Kitzbühel 8:7) nicht zu leugnen, dass gerade dann wenig von der Hand geht, wenn die Erwartungen vor den eigenen Fans am Höchsten sind.

Familienbonus: Thiem fühlt sich in Kitzbühel wohl. Die Veranstalter ehren und verehren ihren Star, Freunde und Familie sind vor Ort und genießen das Ambiente der „Sportstadt der Alpen". Und auch mit Dennis Novak schlägt heute (3. Partie nach 11 Uhr, ServusTV) sein bester Freund auf: Der Niederösterreicher trifft wie schon 2018 auf Landsmann Jurij Rodionov. Auf den Sieger wartet Pablo Cuevas (URU).

Tennis Kitzbühel

Generali Open (ATP-250, 586.140 Euro, Sand): Spielplan heute: Centre Court: 11 Uhr: Delbonis (ARG) — Sonego (ITA). Nicht vor 13.30: Klizan (SVK) — Bachinger (GER), Novak (AUT) — Rodionov (AUT), Chardy (FRA) — Cecchinato (ITA). Küchenmeister (12.30): Baena (ESP) — Dellien (BOL). Nicht vor 16 Uhr: Cuevas/Duran (URU/ARG) — Miedler/Ofner (AUT). Qualifikation: 2. Runde: Dellien (BOL/1) — Kopp (AUT) 4:6, 6:1, 6:2, Miedler (AUT) — Berlocq (ARG/6) 6:7 (1), 7:5, 6:3.