Letztes Update am Do, 01.08.2019 15:23

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Formel 1

Alfa Romeo erhob Einspruch gegen Strafe bei Deutschland-GP

Während Alfa Romeo gegen die nachträgliche 30-Sekunden-Strafe vorgeht, gibt es beim Team Haas Ärger. Eine Stallorder soll die Streithähne Grosjean und Magnussen im Zaum halten.

Antonio Giovinazzi und Alfa Romeo wurden nach dem Grand Prix unsanft ausgebremst.

© AFPAntonio Giovinazzi und Alfa Romeo wurden nach dem Grand Prix unsanft ausgebremst.



Mogyorod – Der Formel-1-Rennstall Alfa Romeo Racing hat wie angekündigt Einspruch gegen die Zeitstrafen für beide Piloten beim Großen Preis von Deutschland am vergangenen Sonntag eingelegt. Das gab das Team am Donnerstag in Mogyorod bei Budapest bekannt, wo am Sonntag schon das nächste WM-Rennen ansteht.

Die beiden Alfa-Piloten Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi waren in Deutschland Stunden nach dem Rennen wegen angeblich unerlaubter Technikhilfe am Start nachträglich mit jeweils zusätzlich 30 Sekunden bestraft worden und dadurch aus den Punkterängen gerutscht. Sie hatten zunächst die Ränge sieben und acht belegt. Dadurch rückte unter anderem WM-Leader Lewis Hamilton auf Platz neun nach vor, was ihm noch zwei WM-Punkte sicherte.

Bei Räikkönen und Giovinazzi soll beim Start die Kupplung jeweils nicht wie vorgeschrieben innerhalb von 70 Millisekunden nach Betätigung durch den Fahrer reagiert, sondern 200 bzw. 300 Millisekunden gebraucht haben. Das könne man auch als eine Art verbotene „Traktionshilfe“ auslegen, hatte die Argumentation gelautet.

Steiner denkt über Stallorder nach

Profitiert hat von der Strafe gegen die Alfas auch das US-Team Haas. Trotzdem gibt es im Rennstall von Günther Steiner Stunk, weil sich die beiden Piloten Romain Grosjean und Kevin Magnussen in den vergangenen zwei Rennen jeweils gegenseitig ins Auto gefahren sind. Bei Haas wird jetzt eine Art Stallorder überlegt.

„Es ist die einzige Lösung, um es ihnen klarzumachen“, sagte Steiner. „Es ist mir egal, dass sie sich nicht mögen. Aber wenn sie sich auf der Strecke nahekommen, müssen wir ihnen das Heft aus der Hand nehmen“, sagte der Teamchef aus Südtirol. Über die Pilotenpaarung für 2020 hat Haas noch nicht entschieden. Die „Team-Chemie“ könne aber mitentscheidend werden, bestätigte Steiner.

Ironischerweise war zuletzt Hockenheim trotzdem das bisher beste Saisonrennen für Haas. Ursprünglich auf den Plätzen neun und zehn gelandet, wurden die beiden Autos durch die Alfa-Strafen auf die Ränge sieben (Grosjean) bzw. acht (Magnussen) vorgereiht. Das von Ferrari-Motoren angetriebene Haas-Team liegt damit in der Konstrukteurs-WM punktegleich mit Alfa Romeo auf Platz acht. (APA)