Letztes Update am Do, 08.08.2019 11:26

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Motorrad-WM

MotoGP in Spielberg: Marquez und der weiße Fleck

Marc Marquez kommt als souveräner WM-Führender zum Motorrad-GP von Österreich. Noch konnte der spanische Fünffach-Weltmeister das MotoGP-Rennen in Spielberg (Sonntag, 14 Uhr) nicht gewinnen.

Einzigartig – kaum eine Rennstrecke lässt den Kurs ähnlich weit überblicken wie der Red-Bull-Ring in Spielberg

© gepa/Red Bull Content PoolEinzigartig – kaum eine Rennstrecke lässt den Kurs ähnlich weit überblicken wie der Red-Bull-Ring in Spielberg



Spielberg – Vier Reifen oder zwei? Formel 1 oder MotoGP? Wenn das hier die Frage ist, kann die Antwort nur beides lauten. Zumindest, wenn es sich um Spielberg dreht. Sechs Wochen nach dem Formel-1-Spektakel auf dem Red-Bull-Ring rückt der Motorrad-Grand-Prix von Österreich in den weltweiten Fokus. Abermals ist Massenandrang garantiert. Ring-Manager Philipp Berkessy ist guter Dinge, dass auch die Zweirad-Gemeinde die magische 200.000-Zuschauer-Marke knacken wird. Ein Überblick über das anstehende Motorsport-Großereignis auf rot-weiß-rotem Boden.

Das Hochgeschwindigkeits-Derby: Schnell, schneller, Ducati. Seit der Österreich-Rückkehr der MotoGP 2016 war Ducati auf der nachweislich schnellsten GP-Piste der Welt nicht zu schlagen. 2016 siegte Andrea Iannone (ITA), 2017 Andrea Dovizioso (ITA) und im Vorjahr Markenkollege Jorge Lorenzo (ESP). Die bisher schnellste Runde gelang Iannone 2016 im Qualifying: 1:23,142 Minuten – das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 186,9 km/h. Zum Vergleich: Ferrari-Pilot Charles Leclerc fuhr in diesem Jahr im Qualifying 1:03,003 Minuten.

Im Vorjahr lieferten sich Sieger Jorge Lorenzo und Marc Marquez so manchen Zweikampf mit Messer zwischen den Zähnen.
Im Vorjahr lieferten sich Sieger Jorge Lorenzo und Marc Marquez so manchen Zweikampf mit Messer zwischen den Zähnen.
- gepa/Walgram

Der Vergleich: Während ein Formel-1-Auto und eine MotoGP-Maschine je nach Bodenhaftung in rund 2,3 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen, hat in Sachen Topspeed die Formel 1 die Nase vorne: Laut Weltverband FIA war Valtteri Botta­s (FIN) in Mexiko mit 373,5 km/h der Schnellste, die 2016 in Baku ebenfalls vom Finnen erzielten 378 km/h wurden nicht offiziell anerkannt. Schnellster MotoGP-Pilot ist Andrea Dovizioso, der 2018 in Mugello mit 356,4 km/h in die Geschichtsbücher raste.

Der Spitzenreiter: Seit dem vergangenen Sonntag hat der spanische Ausnahmepilot Marc Marquez allein in der MotoGP 50 Grand-Prix-Siege auf der Habenseite – nur in Spielberg konnte der Fünffach-Champion noch nie triumphieren. Im Vorjahr fehlten gerade einmal 13 Hundertstelsekunden auf Lorenzo, der nach seinen in Assen erlittenen Wirbelbrüchen noch rekonvaleszent fehlt. Die Frage ist, ob der Speed von Honda reicht, um diesmal die Ducati-Dominanz zu durchbrechen. Mit himmlischer Hilfe – also Regen – ist eher nicht zu rechnen. Nicht zuletzt der Rennsonntag sollte weitestgehend trocken bleiben, Gewitter freilich nicht ausgeschlossen. Marc ist freilich nicht der einzige Márquez, der als souveräner WM-Führender in die Steiermark kommt – Bruder Alex dominiert die Moto2-Klasse ebenfalls beeindruckend …

Zahlenspiele zum Großen Preis von Österreich

2 Rettungshubschrauber stehen bereit

5 Neulinge sind diese Saison in der MotoGP im Einsatz (Franco Morbidelli, Tom Lüthi, Takaaki Nakagami, Hafizh Syahrin und Xavier Simeon)

22 Fahrer aus elf Teams und von sechs Herstellern

30 Prozent der Zeit in einem Rennen ziehen die Piloten am Bremshebel

68 Grad Schräglage erreichen die Maschinen maximal

70 Feuerwehrleute sind entlang der Strecke postiert

128 Dezibel werden MotoGP-Maschinen laut

150 Ärzte und Sanitäter sind für den Notfall gerüstet

350 Polizeibeamte sorgen für Recht und Ordnung

364 Streckenposten sind im Einsatz

500 Sicherheitskräfte überwachen das Geschehen

500 bis 800 Schaltvorgänge nimmt jeder Fahrer pro Rennen vor

550 Fotografen und Journalisten berichten aus Spielberg

700 Caterer sorgen für das leibliche Wohl

750 Grad Celsius messen die „glühenden“ Bremsscheiben

200.000 Zuschauer verwandeln Spielberg in ein Tollhaus

Das Heimspiel: Mit einem Besuch im Heimatwerk in Mattighofen stimmte sich die KTM-Garde auf die für sie wichtigsten Tage des Rennkalenders ein. Der Spanier Pol Espargaró war zuletzt in Brünn als Elfter der Beste der „Orangen“ und ist im WM-Klassement als Zehnter der Einzige unter den Top Ten. Reichlich Luft nach oben ist für Johann Zarco (FRA), der in Brünn erstmals für KTM aus Startreihe eins (Platz drei) startete, um letztlich nicht über Rang 14 hinauszukommen. Miguel Oliveira und Hafiz­h Syahrin wollen zumindest Zeichen setzen.

Die Anreise: Vor allem an den Tagen der An- und Abreise ist mit Verkehrsbehinderungen und längeren Wartezeiten zu rechnen. Es empfiehlt sich daher, die Züge der ÖBB und die regionalen Shuttlebusse zu nutzen. Wer dennoch mit dem Pkw kommt, sollte eine Anreise noch vor 7.30 Uhr einplanen. Für die Anreise mit dem Zug gilt es, den Zielbahnhof Knittelfeld anzusteuern. Kostenlose Shuttlebusse stehen bereit. Zudem bieten Postbus sowie Eventbus Fahrten aus ganz Österreich an. (m. i.)

null
-