Letztes Update am Sa, 10.08.2019 10:45

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tennis

Energielevel bei Thiem „auf null“: Ausruhen vor Cincinnati

Erst Kanada, jetzt Nordamerika: Nach seiner Viertelfinalniederlage gegen Medwedew in Montreal bleibt Dominic Thiem nur kurz Zeit für Regeneration. In Cincinnati trifft er entweder auf Gasquet oder Murray. Außerdem tritt er nächste Woche auch im Doppel an.

Die letzten Turniere haben Dominic Thiem einiges abverlangt.

© GEPA pictures/ Matthias HauerDie letzten Turniere haben Dominic Thiem einiges abverlangt.



Cincinnati – Noch ehe Dominic Thiem von Montreal zum nächsten Masters-1000-Turnier in den US-Bundesstaat Ohio weitergereist ist, kannte er schon seine möglichen Gegner. Der als Nummer 4 gesetzte Thiem trifft in Cincinnati nach einem Freilos entweder auf Routinier Richard Gasquet (FRA) oder den sein Einzel-Comeback feiernden Schotten Andy Murray.

Mit Gasquet, der gegen Murray in diesem Fall freilich Favorit ist, hat Thiem gleich zwei Rechnungen offen: Sowohl in Basel (2015), als auch in Wien (2017) verlor der 25-jährige Niederösterreicher jeweils im Achtelfinale. Sollte sich Murray, der dank Wildcard in Cincinnati dabei ist, in seinem ersten Einzel seit dem Erstrunden-Aus bei den Australian Open Mitte Jänner durchsetzen, könnte Thiem im Head-to-Head auf 2:2 ausgleichen. Nach Dreisatz-Niederlagen 2014 und 2015 in Rotterdam und Miami hatte sich Thiem 2017 im Semifinale von Barcelona in drei Sätzen durchgesetzt.

„Logisch, dass der Körper nachgibt“

Sollte Thiem seine erste Hürde meistern, trifft er möglicherweise neuerlich auf Marin Cilic (CRO-14). Im möglichen Viertelfinale könnte er gegen Alexander Zverev (GER-7) spielen. Ebenfalls in seiner Raster-Hälfte sind Rafael Nadal (ESP-2) und Kei Nishikori (JPN-6).

Thiem spielt übrigens trotz seiner etwas angeschlagenen Gesundheit auch Doppel an der Seite von Jan-Lennard Struff (GER): Erste Gegner sind die Argentinier Diego Schwartzman/Horacio Zeballos. Mit von der Partie sind beim 1000er-Event auch Oliver Marach/Jürgen Melzer, sie treffen auf die US-Wildcardspieler Ryan Harrison/Jack Sock.

In Ohio sind nun auch der topgesetzte Serbe Novak Djokovic und der Weltranglisten-Dritte Roger Federer wieder mit von der Partie. Beide hatten den Kanada-Trip ausgelassen.

Am Sonntag wollte Thiem sich jedenfalls ausruhen und dem Körper etwas Ruhe geben. „Den habe ich in den letzten Wochen doch ein bisserl geschwunden. Es war irgendwann logisch, dass der Körper ein bisserl nachgibt, das ist auch in Ordnung so.“ Er werde jetzt schauen, für Cincinnati wieder auf 100 Prozent zu kommen.

„In Kitzbühel auf Leben und Tod gespielt“

Der Turniersieg in Kitzbühel, der Reisestress nach Montreal, die Umstellung von Sand- auf Hartplatz - Tennis-Star Dominic Thiem hat den jüngsten Strapazen Tribut zollen müssen. Der Körper spielte nicht mehr mit, eine Verkühlung raubte die Kraft für das Montreal-Viertelfinale. Die glatte Zweisatzniederlage gegen den Russen Daniil Medwedew gehe aber so in Ordnung, sagte der Niederösterreicher.

Am Ende von Kitzbühel sei er „echt kaputt“, gewesen, erklärte Thiem. „Ich habe in Kitzbühel quasi jedes Match auf Leben und Tod gespielt, ich war Samstagabend nach dem Turnier komplett hin. Dann bin ich in den Flieger eingestiegen, was nicht das Beste für das Immunsystem ist.“

Er habe sich aber ganz gut erfangen, dann aber wahrscheinlich aus einer Kombination der all dieser Umstände eine leichte Verkühlung geholt. „In die letzten zwei Matches gegen (Denis) Shapovalov und (Marin) Cilic bin ich ziemlich locker reingegangen, das hat sich bewährt, ich habe echt gut gespielt. Heute war echt der Energielevel auf null“, musste Thiem nach dem 3:6,1:6 gegen den Russen am Freitag zugeben.

Keine Zeit, um Sieg zu genießen

Medwedew habe ihn aber auch nicht ins Match reingelassen. „Gegen andere Gegner wäre ich vielleicht irgendwie reingekommen, aber er hat sehr gut gespielt. Ich war heute definitiv nicht in der Lage, dass ich die langen Rallyes mitgehe, was eigentlich der einzige Schlüssel zum Erfolg gegen ihn ist. Von dem her geht die Niederlage auch mit diesem Resultat komplett in Ordnung. Ich bin trotzdem völlig okay mit dem Turnier.“ Thiem hatte im sechsten Anlauf bei dem in Kanada ausgetragenen Masters-1000-Event heuer seine ersten Siege gefeiert.

Den Reisestress von Europa nach Nordamerika schien er eigentlich gut weggesteckt zu haben. „Ich habe mir in Kitzbühel einen langjährigen Traum erfüllt. Es war leider keine Zeit, das irgendwie zu genießen. Ich bin Samstag todmüde ins Bett, Sonntag sind wir schon hierher geflogen, dann bin ich gleich ins Training eingestiegen, damit ich mich gut auf Hardcourt umstelle. Danach habe ich jeden Tag ein Match gehabt. Ich habe nicht wirklich Zeit gehabt, das irgendwie sickern zu lassen oder großartig darüber nachzudenken. (APA)




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