Letztes Update am Do, 22.08.2019 21:54

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tennis

Auftakt gegen Fabbiano: Thiem setzt sich für US-Open keine hohen Ziele

Nach einer überstandenen Viruserkrankung erwartet Österreichs Tennis-Star Dominic Thiem „keine Wunderdinge“ bei den US-Open. Er setze sich keine Ziele wie ein Viertel- oder ein Semifinale.

Dominic Thiem.

© APADominic Thiem.



New York – Nach einem einstündigen Training mit Roger Federer auf dem Grandstand in Flushing Meadows hat Österreichs Tennis-Star Dominic Thiem seine Auslosung für das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres erfahren. Der 25-jährige Weltranglisten-Vierte trifft zum Auftakt seiner 6. US Open erstmals auf den Italiener Thomas Fabbiano. In Runde zwei ginge es gegen Alexander Bublik (KAZ) oder einen Qualifikanten.

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„Keine Frage, es gibt viel schlimmere Lose als Thomas Fabbiano in der 1. Runde eines Grand Slams. Dennoch muss ich klar festhalten: Nach meiner mühsamen Viruserkrankung kann man keine Wunderdinge erwarten, auch ich selbst setze mir keine Ziele wie ein Viertel-oder Semifinale“, so Thiem.

„Auf dem Papier ist die Auslosung sicherlich keine schlechte. Trotzdem muss man halt sehen, wo er steht. Er war letzte Woche krank“, sprach Thiem-Manager Herwig Straka am Donnerstag gegenüber der APA die eben überstandene virale Infektion seines Schützlings an. Thiem müsse von Spiel zu Spiel denken und nicht schauen, wo er im Achtel- oder Viertelfinale sein könnte. „Insofern ist die erste Runde sicherlich ein machbares Los und für ihn eine gute Möglichkeit, sich ins Turnier reinzuspielen.“

Am Ende des Trainings war „Kraft draußen“

In Sachen Gesundheitszustand ortet Straka, der am Mittwoch ein Training Thiems mit Grigor Dimitrow beobachtet hat, einen Aufwärtstrend, aber auch noch Defizite. „Er ist auf einem guten Weg, hat gestern erstmals länger trainiert. Aber er hat gemerkt, dass am Ende des Trainings schon die Kraft draußen war“, sagte Straka. Zwar werde es jeden Tag besser und Thiem sei gesund. „Aber klar, dieser Rückstand von einer Woche nicht spielen, der ist da. Den muss man sukzessive aufholen.“

Straka hofft, dass Thiem zunächst möglichst wenig Kraft lässt. „Jetzt geht es einmal wirklich darum, einmal gut in das Turnier reinzukommen und die ersten zwei Runden mit möglichst wenig Aufwand zu überstehen, aber trotzdem auch zu gewinnen überhaupt“, sagte der Steirer.

In unterer Tableau-Hälfte mit Rafa Nadal

Vorjahres-Viertelfinalist Thiem befindet sich bei dem mit 57,238 Mio. Dollar dotierten Major-Turnier in der unteren Tableau-Hälfte, ebenso wie auch Rafael Nadal (ESP-2). Im Vorjahr hatte der mittlerweile zweifache French-Open-Finalist erstmals außerhalb der French Open bei einem Major das Viertelfinale erreicht. In diesem war Thiem dem Mallorquiner erst nach einem epischen Fünf-Satz-Match unterlegen. Ein Rematch in Flushing Meadows könnte es mit dem Spanier dieses Jahr erst im Halbfinale geben.

Erster gesetzter Gegner für den einzigen Österreicher in einem der beiden Einzel-Hauptbewerbe wäre möglicherweise in Runde drei der Brite Kyle Edmund (30). Im Achtel von Thiem befinden sich auch die beiden kanadischen Jungstars und Wien-Starter Denis Shapovalov und Felix Auger-Aliassime (Nr. 18), die in einem der Erstrunden-Schlager gleich aufeinandertreffen.

Während Topfavorit Novak Djokovic (SRB-1) und Roger Federer (SUI-3) sowie auch der aktuell „heißeste“ Spieler auf der Tour, die neue Nummer 5 Daniil Medwedew (RUS), allesamt in der oberen Rasterhälfte aufscheinen, sind in Thiems Hälfte u.a. auch Alexander Zverev (GER-6), Stefanos Tsitsipas (GRE-8) oder auch Karen Chatschanow (RUS-9).

Thiem hatte sich am Donnerstag gleich mehrmals fürs Training eingetragen. Auf dem drittgrößten Court, dem Grandstand, erschien er im roten Shirt der Red Bulls New York, der 20-fache Major-Sieger Federer mit einem „Rise again“ (erheb dich wieder)-Spruch auf seinem T-Shirt. Wohl eine Anspielung auf seinen bitter zu Ende gegangenen, bisher letzten Major-Auftritt in Wimbledon, als er sich mit 12:13 im Tiebreak des fünften Satzes dem Weltranglisten-Ersten Djokovic hatte beugen müssen.

Serena Williams gegen Scharapowa bei Damen

Bei den Damen lautet der Erstrunden-Schlager Serena Williams (USA-8) gegen die ungesetzte Maria Scharapowa (RUS). Kein leichtes Auftaktlos für die US-Amerikanerin, die allerdings gegen die von Verletzungs-Rückschlägen gezeichnete Russin eine 19:2-Siegesbilanz aufweist. Williams hatte im Vorjahr erst im berüchtigten Endspiel nach einigen Wutausbrüchen gegen Naomi Osaka verloren.

Nicht nur Dominic Thiem wird das schwere Auftaktlos seiner Freundin Kristina Mladenovic interessieren, die Französin trifft auf die als Nummer 14 gesetzte Deutsche Angelique Kerber. Die topgesetzte Titelverteidigerin Osaka startet mit Anna Blinkova wie Williams gegen eine Russin, US-Jungstar Coco Gauff ebenso. Die erst 15-jährige Gauff spielt dank Wildcard gegen Anastasia Potapowa. (APA)