Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 29.08.2019


Volleyball

Teamchef Warm: „Heulen bringt uns sicher nicht weiter“

Rund zwei Wochen vor dem Start der Volleyball-EM werden die Hiobsbotschaften für Teamchef Michael Warm endlich weniger.

Seine Ansprache hat Qualität und Erfolg: Mit Teamchef Michael Warm geht es für den ÖVV in den Endspurt.

© gepaSeine Ansprache hat Qualität und Erfolg: Mit Teamchef Michael Warm geht es für den ÖVV in den Endspurt.



Von Daniel Suckert

Innsbruck – „Heulen bringt uns sicher nicht weiter“, erklärte der in Nürnberg geborene rotweißrote Teamchef Michael Warm gelassen. Es gibt nicht viel, was den sympathischen Volleyball-Fachmann aus der Ruhe bringt. Wobei am Beginn der Vorbereitung für die EM (Belgien, Frankreich, Niederlande, Slowenien; Start 12. September) das ein oder andere zusätzliche graue Haar wohl dazukam.

„Gestartet sind wir gleich mit der Knieverletzung von Paul (Buchegger, Anm.) beim Trainingslager“, holte Warm beim Gespräch mit der TT aus. „Dann kamen untypische Verletzungen dazu: Alex Tusch hat das Garagentor auf den Kopf bekommen und Niklas Kronthaler ist bei einem Zusammenstoß umgeknickt.“ Das zehrte zunächst an den Nerven des Trainerteams. Schließlich steht mit der EM das große Highlight ante portas. „Aber die restlichen Jungs haben gut reagiert und hart weitertrainiert, der Rest hat sich auf die Reha konzentriert.“

Und so beruhigte sich die etwas angespannte Situation und „die Reihen bei den Verletzten haben sich gelichtet“. Nur bei Buchegger weiß man noch nicht, wie stark er sich nach der Knieverletzung präsentieren kann.

Unabhängig davon spürt Teamchef Warm, der ab heuer auch den deutschen Bundesligisten Friedrichshafen zusätzlich betreuen wird, eine Aufbruchsstimmung. Kein Wunder, die Ambitionen sind hoch, wie Warm bestätigt: „Wir wollen was gewinnen und den Gruppenaufstieg bei der EM in jedem Fall schaffen. Die Jungs haben richtig Energie.“

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Man will sich belohnen für die jahrelange Aufbauarbeit. Denn als Warm vor neun Jahren die Nationalmannschaft übernommen hatte, war man weit weg von dem heutigen Level. Mittlerweile spielen die Aushängeschilder wie Alex Berger im Ausland, der Verband hat auf allen Ebenen an Professionalität zugelegt und der eigene Anspruch hat parallel dazu zugenommen. Warm: „Das fordert auch uns als Trainerteam mehr, aber genau das ist der positive Nebeneffekt, den wir in vollen Zügen genießen können.“

In der Österreich-Gruppe sehen Warm und Co. Serbien und Deutschland in der Favoritenrolle, dahinter sei aber mit Belgien, Spanien, der Slowakei und Österreich alles möglich. Ein frühes Aus wie bei der Heim-EM vor acht Jahren sei eher unwahrscheinlich. „Damals mussten wir erst alles lernen. Es hat sich viel getan, das uns positiv stimmt“, ergänzte der 51-Jährige. In den letzten Testspielen gegen Rumänien und Nordmazedonien (jeweils zweimal) ginge es um die Feinabstimmung und darum zu sehen, welche personellen Alternativen sich auftun.

Und wie geht es dem diplomatischen Coach mit der Doppelbelastung mit Friedrichshafen? „Der Fokus liegt jetzt beim Team, das war so ausgemacht. Ich vertraue meinem Trainerteam vor Ort und erst nach der EM kommen auch die restlichen Spieler mit mir dazu. Dann heißt es: Vollgas geben.“